Der US-Präsident Donald Trump drohte am Freitag, dem 24. Juli 2026, der Europäischen Union mit 'erheblichen Zöllen', nachdem die Europäische Kommission am Donnerstag eine Geldstrafe gegen Google in Höhe von 890 Millionen Euro verhängt hatte, was umgerechnet rund einer Milliarde US-Dollar entspricht. Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, die USA seien 'keine Geldkuh für Europa' und die EU werde einen 'sehr hohen Preis' für das zahlen, was er als illegales und unethisches Verhalten bezeichnete.
Trumps Angriff auf die Reihe der EU-Strafen
Trump listete in seinem Beitrag eine ganze Reihe von Strafen auf, die die EU gegen US-amerikanische Technologieunternehmen verhängt hatte. Seinen Worten zufolge wurde Apple mit 15 Milliarden Dollar bestraft, Meta mit 3 Milliarden Dollar, Amazon mit 2,5 Milliarden Dollar und die Gesamtstrafen gegen Google überstiegen nun 18 Milliarden Dollar.
'Die Europäische Union macht wieder ihr Ding und zielt, wie üblich, direkt auf die GROSSEN US-amerikanischen Unternehmen ab! (...) Diese illegale und äußerst diskriminierende Praxis begann auf diesen hohen Ebenen im ersten Jahr der Regierung des schläfrigen Joe Biden, wird aber unter der Trump-Regierung nicht fortgesetzt',
schrieb Trump, laut 24sata.
Untersuchung nach Paragraph 301 und Zolldrohung
Trump kündigte die Einleitung einer Untersuchung nach Paragraph 301 des US-amerikanischen Handelsgesetzes von 1974 an, das der Regierung die Befugnis zur Einführung von Zöllen im Falle 'ungerechtfertigter, unverhältnismäßiger oder diskriminierender' Handelspraktiken gibt. In demselben Beitrag forderte er, dass 'die Strafen vollständig aufgehoben werden müssen' und dass die EU 'zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit erheblichen Zöllen konfrontiert sein wird'. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer hatte bereits am Donnerstag, dem 23. Juli 2026, auf der Grundlage desselben Paragrafen neue Zölle gegen rund 60 Handelspartner wegen angeblicher unzureichender Maßnahmen gegen Zwangsarbeit verhängt, berichtet Tagesschau.
Warum die EU Google bestraft hat
Die Europäische Kommission verhängte die Strafe gegen Google am Donnerstag, dem 23. Juli 2026. Nach Angaben der Kommission habe Google gegen EU-Vorschriften verstoßen, die die Marktmacht großer Technologieunternehmen einschränken, insbesondere im Bereich der Suchdienste und des App-Handels. Es handelt sich um die Anwendung des Gesetzes über digitale Märkte, mit dem die EU die Dominanz großer Plattformen regulieren will. Eine Reaktion der Europäischen Kommission auf Trumps Drohungen lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.
Trump droht gleichzeitig auch Kanada
Neben den Drohungen gegen die EU kündigte Trump am 24. Juli 2026 auch Zölle gegen Kanada an, allerdings aus einem ganz anderen Grund. Laut einem Bericht von Index, der sich auf Reuters beruft, plant die US-Regierung die Einführung von Zöllen gegen Kanada als Reaktion auf den Rauch von Waldbränden, der sich aus den kanadischen Provinzen Ontario und Quebec auf US-amerikanisches Territorium ausbreitet. Trump hatte bereits am 22. Juli 2026 auf Truth Social Kanada der 'vorsätzlichen Fahrlässigkeit' und schlechter Waldpflege beschuldigt. Der kanadische Premierminister Mark Carney wies diese Vorwürfe zurück und erklärte, die Waldbrände seien eine Folge des Klimawandels, für den alle Staaten, einschließlich der USA, verantwortlich seien.
Eskalation der Handelsspannungen
Trumps Drohungen gegen die EU erfolgen vor dem Hintergrund bereits angespannter Handelsbeziehungen zwischen Washington und Brüssel. Die Ankündigung einer Untersuchung nach Paragraph 301 bedeutet, dass die Regierung ein formelles Verfahren einleiten könnte, das der Einführung von Zöllen vorausgeht. Konkrete Beträge und Fristen wurden jedoch bislang nicht bekannt gegeben. Ob die EU mit Gegenzöllen oder auf diplomatischem Wege reagieren wird, war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht bekannt.