Die Türkei hat am Samstag, dem 8. August 2026, Beschränkungen für den kommerziellen Schiffsverkehr durch die Dardanellen in Richtung Schwarzes Meer eingeführt. Die Entscheidung folgte auf eine Reihe von Angriffen auf Handelsschiffe in der Region und betrifft vor allem Schiffe, die sich auf der Route zum russischen Hafen Noworossijsk und zu ukrainischen Häfen befinden.
Nach Informationen von Bloomberg hat die türkische Küstenwache die Reedereien darüber informiert, dass Durchfahrtsgenehmigungen für den Transit nach Noworossijsk derzeit nicht erteilt werden oder zusätzlichen Überprüfungen und Verzögerungen unterliegen. Gleichzeitig passieren Schiffe, die nach Bulgarien, Rumänien, Georgien und in die Türkei selbst fahren, ohne jegliche Behinderungen.
Drei Angriffe in zwei Monaten
Die Entscheidung Ankaras ist eine direkte Folge der zunehmend gefährlichen Lage für die zivile Schifffahrt im Schwarzen Meer. In den letzten zweieinhalb Monaten wurden mindestens drei schwere Vorfälle registriert. Der erste ereignete sich am 28. Mai, als ein türkisches Schiff angegriffen wurde, und bereits am 22. Juni folgte ein weiterer Angriff auf ein Schiff unter türkischer Flagge. In beiden Fällen wurden türkische Staatsbürger verletzt.
Der jüngste Vorfall ereignete sich am 4. August in der Nähe von Noworossijsk, wo eine Drohne ein Schiff traf, das in Richtung Türkei unterwegs war. Bei diesem Angriff wurden drei Besatzungsmitglieder verletzt. Diese Ereignisse haben die türkischen Behörden veranlasst, von Russland und der Ukraine Sicherheitsgarantien für die Schifffahrt zu fordern.
Druck auf die Seewege steigt
Obwohl keine der Konfliktparteien die jüngsten türkischen Beschränkungen offiziell kommentiert hat, kommt der Schritt Ankaras am 1627. Tag des Krieges und spiegelt die wachsende Besorgnis über die Auswirkungen militärischer Operationen auf die zivile Schifffahrt wider. Das Schwarze Meer bleibt ein wichtiger Korridor für den Export von Getreide und anderen Gütern, und jede Blockade oder Verzögerung im Transit kann schwerwiegende Folgen für den regionalen Handel und die Lieferketten haben.
Für kroatische Reeder und Exporteure stellt diese Situation ein indirektes Risiko dar, da die Schwarzmeer-Routen mit den Mittelmeerhäfen verbunden sind. Obwohl es keine direkte Blockade für kroatische Schiffe gibt, können Störungen in der Region zu Verzögerungen und Preissteigerungen im Seetransport führen.