In der Nacht zum Sonntag, dem 16. August 2026, führte die Ukraine einen der größten Drohnenangriffe auf Russland seit Kriegsbeginn durch, wobei wichtige Lagerhäuser des größten russischen Online-Händlers Wildberries zerstört wurden. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Luftverteidigung in der Nacht 822 Drohnen abgeschossen habe, von denen etwa 600 auf Moskau gerichtet waren.
Logistikzentrum in Flammen
Am schwersten getroffen wurde das Logistikzentrum im Industriepark Koledino in der Region Moskau. Es handelt sich um das größte Wildberries-Lagerhaus in ganz Russland mit einer Fläche von 250.000 Quadratmetern, in dem 13.000 Menschen beschäftigt waren. Nach Schätzungen, die Anadolu English zitiert, beträgt der Schaden an dieser Einrichtung mehr als 1,5 Milliarden Dollar (etwa 1,4 Milliarden Euro).
Der Telegram-Kanal Astra berichtete, dass am Sonntag auch das Wildberries-Lager in Podolsk, ebenfalls in der Region Moskau, angegriffen wurde. Damit erreichte die Gesamtzahl der Lagerhäuser des E-Commerce-Riesen, die seit Mitte Juli getroffen wurden, 20.
Wirtschaftliches Ziel, nicht nur militärisch
Die ukrainischen Angriffe auf die russische Logistikinfrastruktur dauern seit Mitte Juli 2026 an, als Kiew begann, fast täglich Wildberries-Lagerhäuser zu beschießen. Der offizielle Twitter-Account der ukrainischen Verteidigung veröffentlichte, dass 7 der 10 größten Wildberries-Logistik-Hubs außer Betrieb sind.
Nach Angaben vom 7. August 2026, ohne das Lager in Podolsk, waren 20 Einrichtungen mit mehr als 1,18 Millionen Quadratmetern Lagerfläche außer Betrieb, was mehr als einem Fünftel der Gesamtkapazität des Unternehmens entspricht. Wildberries hat etwa 98.000 Abholpunkte in ganz Russland.
Schlag gegen die russische Wirtschaft
Wildberries und die andere große russische E-Commerce-Plattform Ozon verkaufen zusammen Waren und Dienstleistungen im Wert von 8,5 Prozent des russischen BIP. Diese beiden Unternehmen beschäftigen 4 Millionen Menschen, also mehr als 5 Prozent der gesamten russischen Arbeitskräfte.
Lagerverluste und Lieferstörungen haben Bedenken hinsichtlich möglicher Insolvenzen von Verkäufern, steigender Inflation und der Notwendigkeit staatlicher Hilfe ausgelöst. Gleichzeitig setzten die ukrainischen Streitkräfte ihre Angriffe auf russische militärische und energetische Ziele auf der besetzten Krim fort, während Russland mit Angriffen auf Kiew reagierte.