Bei einer Reihe von Angriffen ukrainischer Drohnen auf die russische Energieinfrastruktur sind am Sonntag mindestens 13 Menschen getötet worden, darunter ein Kind, und 39 weitere verletzt worden. Ziel waren Industrie- und Zivilobjekte in der Stadt Nischnekamsk in Tatarstan sowie eine Industrieanlage in der Oblast Tjumen in Westsibirien, wie russische Behörden und ukrainische Militärquellen mitteilten.
Dies ist einer der schwersten Angriffe mit zivilen Opfern auf russischem Territorium in den letzten Monaten. Die ukrainische Armee bestätigte, dass sie die Raffinerie Taneco angegriffen hat, die etwa 800 Kilometer östlich von Moskau liegt, wie die ukrainische Armee schätzt, und fügte hinzu, dass an dem Standort ein Feuer ausgebrochen sei.
Doppelter Schlag gegen wichtige Energiezentren
Nischnekamsk ist eine Stadt in der Republik Tatarstan, einer an Energieressourcen reichen Region, und beherbergt zwei große Ölraffinerien, Taneco und Taif-Nk, sowie den Hersteller von Synthesekautschuk und Kunststoffen Nizhnekamskneftekhim. Diese Anlagen waren bereits in der Vergangenheit Ziel von Angriffen.
Gleichzeitig trafen ukrainische Drohnen auch eine Industrieanlage in der Oblast Tjumen in Westsibirien und verursachten ein Feuer. Berichten zufolge war die Tjumener Ölraffinerie, die ehemalige Antipinsky-Anlage, das Ziel. Diese Raffinerie, eine der größten unabhängigen in Russland mit einer Verarbeitungskapazität von 7,5 bis 9 Millionen Tonnen pro Jahr, versorgt hauptsächlich Westsibirien und den Ural mit Benzin und Diesel.
Raffinerie war bereits gezwungen, den Betrieb einzustellen
Dies ist nicht der erste Angriff auf die Tjumener Raffinerie. Der vorherige ereignete sich am 25. Juli, dem Stadttag von Tjumen, woraufhin die Raffinerie gezwungen war, die Verarbeitung von Rohöl zu stoppen. Der heutige Schlag kommt nur zwei Wochen später und wird die Arbeit dieser strategisch wichtigen Anlage, die mehr als 2.000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt, weiter erschweren.
Die Angriffe auf russische Raffinerien sind Teil einer breiteren ukrainischen Strategie, die Energieinfrastruktur ins Visier zu nehmen, um die Treibstoffversorgung zu stören und die Einnahmen Moskaus aus Ölexporten zu verringern. Die Auswirkungen dieser Angriffe sind auch in anderen Teilen Russlands zu spüren: In der Stadt Pereslawl-Salesski, etwa 140 Kilometer von Moskau entfernt, bildeten sich Schlangen von Bürgern an Tankstellen, und mehrere Regionen haben bereits Treibstoffrationierungen eingeführt.