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Rentner in Singapur erobern Parkour: 'Jetzt trage ich meine Koffer selbst'

Rentner in Singapur wählen zunehmend Parkour, um stark und unabhängig zu bleiben, und Trainer betonen, dass das Erlernen des sicheren Fallens genauso wichtig ist wie das Überwinden von Hindernissen.

Foto: Wikipedia (Parkour)
Kurz gesagt
  • Rentner in Singapur, darunter die 70-jährige Betty Boon, trainieren regelmäßig Parkour, um stark und unabhängig zu bleiben.
  • Trainer betonen, dass das Erlernen des richtigen und sicheren Fallens ein wesentlicher Bestandteil des Trainings ist, zusammen mit der gegenseitigen Unterstützung der Teilnehmer.
  • Das Programm passt zu den demografischen Bedürfnissen Singapurs, wo mehr als ein Fünftel der Bevölkerung über 65 Jahre alt ist.

Parkour wird normalerweise mit jungen Menschen, Adrenalin und spektakulären Sprüngen von hohen Gebäuden assoziiert, doch in Singapur trainieren zunehmend auch Rentner diese äußerst anspruchsvolle Disziplin. Durch Klettern, Springen und das Überwinden urbaner Hindernisse versuchen sie, Kraft, Beweglichkeit und die Qualität ihres Alltags zu erhalten.

Mehr Selbstständigkeit im Alltag

Unter den Teilnehmern ist auch Betty Boon, die fast 70 Jahre alt ist. Sie erzählte Net.hr, dass ihr Parkour eine neue Ebene der Unabhängigkeit gebracht hat. "Jetzt trage ich meine Koffer und mein Gepäck selbst. Ich mache alles alleine. Früher habe ich meinen Sohn und meinen Mann gebeten, meine Taschen zu tragen, aber jetzt mache ich das selbst", sagte Boon.

Für das Training sind keine speziellen Geräte oder Fitnessstudios erforderlich. Es werden Treppen, Geländer und andere Hindernisse genutzt, die in der alltäglichen Umgebung zu finden sind, und die Übungen umfassen Laufen, Klettern und Springen. Genau diese Zugänglichkeit macht das Programm für ältere Menschen attraktiv, die aktiv bleiben möchten, ohne spezialisierte Zentren aufsuchen zu müssen.

Sicherheit und gegenseitige Unterstützung

Patrick Goh, ein weiterer Teilnehmer, betont, dass das Alter kein Hindernis für intensives Training ist. "Wenn Sie in den Sechzigern sind und immer noch intensiv trainieren möchten, denke ich, dass Parkour großartig ist. Sie trainieren auf unterhaltsame Weise, und Sicherheit ist Teil des Trainings. Wir passen aufeinander auf", sagte Goh.

Obwohl Parkour für viele wie ein gefährlicher Sport klingt, der für ältere Menschen ungeeignet ist, ist genau diese Wahrnehmung das, was die Trainer ändern möchten. Tan Shie Boon, Parkour-Trainer und Gründer des Programms Movement Singapore, erklärt, dass das Erlernen des richtigen Fallens ein wesentlicher Bestandteil des Trainings ist. "Parkour ist eine sehr intensive Disziplin. Sie trainieren den ganzen Körper, entwickeln räumliches Bewusstsein und Reaktionsgeschwindigkeit, und Sie fallen ständig. Wenn Sie bei einem Sprung einen Fehler machen, werden Sie fallen. Aber wenn Sie fallen, lernen Sie, wie Sie beim nächsten Mal besser fallen. Das ist eine sehr praktische Disziplin", erklärte er.

Antwort auf die demografische Herausforderung

Solche Programme fügen sich in breitere Bemühungen ein, ältere Menschen so aktiv und unabhängig wie möglich zu halten, insbesondere im Hinblick auf die demografische Situation Singapurs. Mehr als ein Fünftel der Bevölkerung dieses Stadtstaates ist über 65 Jahre alt, was die Entwicklung innovativer Ansätze zur Erhaltung von Gesundheit und Funktionalität im dritten Lebensabschnitt fördert. Parkour-Training, mit Schwerpunkt auf Sicherheit und gegenseitiger Unterstützung, hat sich als eine Möglichkeit erwiesen, dieses Ziel zu erreichen.

Häufige Fragen
Ist Parkour für Personen über 65 Jahre sicher? +
Mit der richtigen Anleitung durch Trainer und dem Fokus auf das Erlernen des sicheren Fallens kann Parkour für ältere Menschen sicher und vorteilhaft sein. Die Trainer passen das Training an die individuellen Fähigkeiten der Teilnehmer an.
Was sind die Hauptvorteile von Parkour für Rentner? +
Parkour verbessert Gleichgewicht, Kraft, Beweglichkeit und räumliches Bewusstsein. Die Teilnehmer heben auch eine größere Unabhängigkeit bei alltäglichen Aktivitäten wie dem Tragen von Gepäck hervor.
Benötigt man für das Parkour-Training spezielle Geräte oder ein Fitnessstudio? +
Nein. Das Training wird an alltäglichen urbanen Hindernissen wie Treppen, Geländern und Mauern durchgeführt, was es sehr zugänglich macht.
Wie hoch ist der Anteil der älteren Bevölkerung in Singapur? +
Mehr als ein Fünftel, also über 20 Prozent der Bevölkerung Singapurs, ist über 65 Jahre alt.

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