Der Kauf identischer Produkte innerhalb von 24 Stunden, in einer Entfernung von weniger als 30 Kilometern, hat offengelegt, wie viel mehr kroatische Verbraucher im Vergleich zu ihren italienischen Nachbarn zahlen. Telegrams "Parallel-Shopping", durchgeführt am 3. August im Geschäft Famila in Muggia, im italienischen Teil Istriens, und am nächsten Tag in zwei Handelsketten in Pula, zeigte Unterschiede von bis zu 138 Prozent.
Schock in den Regalen: Von Pasta bis Waschmittel
Das drastischste Beispiel ist Vanish Oxy Action Gel: In Italien kostet es 3,99 Euro, in Kroatien sogar 9,49 Euro. Auch die anderen Produkte bleiben nicht zurück. Passata Valfrutta (700 Gramm) wird im italienischen Supermarkt für 1,25 Euro verkauft, während man in Pula 2,69 Euro zahlen muss, eine Differenz von 1,44 Euro. Eine Packung mit vier Dosen Thunfisch Rio Mare in Olivenöl (je 80 Gramm) kostet in Italien 6,29 Euro, in Kroatien 7,69 Euro.
Barilla Penne Rigate (500 Gramm) kosten in Muggia nur 0,99 Euro, während dasselbe Produkt in Kroatien 2,06 Euro kostet, mehr als doppelt so viel. Scotti Carnaroli-Reis erreicht in Kroatien unglaubliche 7,28 Euro, während er in Italien für 3,19 Euro verkauft wird. Die andere Marke, Gallo Carnaroli, kostet in Muggia 2,89 Euro, was 4,39 Euro weniger ist als in Pula.
Ob heimisch oder importiert, alles ist teurer
Die These, dass italienische Produkte billiger sind, weil sie heimisch sind, hält nicht stand. Das slowenische Bier Laško, in Kroatien abgefüllt, kostet in Muggia 0,99 Euro, in Pula 1,29 Euro. Milka-Schokolade mit Haselnüssen, die weder in Italien noch in Kroatien produziert wird, zahlen Italiener mit 1,65 Euro, Kroaten mit 2,49 Euro.
Beim Kaffee ist der Unterschied besonders anschaulich: Ein 250-Gramm-Päckchen kostet in Kroatien 7,79 Euro, während eine Packung mit zwei Päckchen (insgesamt 500 Gramm) der Marke Pellini in Italien 8,50 Euro kostet. Also die doppelte Menge für nur zehn Prozent mehr. Mascarpone (250 Gramm) ist in Kroatien um einen Euro teurer.
Ähnliche Mehrwertsteuer, astronomische Unterschiede
Der Mehrwertsteuersatz in Italien beträgt 22 Prozent, sehr nahe an den kroatischen 25 Prozent, aber das erklärt nicht, warum das Waschmittel Dash (23 Waschgänge) in Italien 7,90 Euro kostet, in Kroatien aber 12,99 Euro, eine Differenz von 5,09 Euro. Pronto-Möbelpolitur kostet in Italien 4,69 Euro, in Kroatien 6,08 Euro. Die Zahnpasta Parodontax ist in kroatischen Geschäften im Durchschnitt zwei Euro teurer.
Höhere Inflation als in Europa, geringere Kaufkraft
Diese Unterschiede kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Inflation in Kroatien laut Analyse der Kroatischen Nationalbank im Juli bei 3,9 Prozent auf Jahresbasis liegt, mit dem dritten Monat in Folge mit Verlangsamung. Gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex betrug die Jahresinflation 3,6 Prozent, während der Euroraum-Durchschnitt im selben Monat bei 2,9 Prozent lag. Die jährliche Preissteigerungsrate für Lebensmittel fiel von 1,8 Prozent im Juni auf 0,5 Prozent im Juli, aber das ist in den Regalen noch nicht spürbar.
Einzelne Lebensmittelkategorien in kroatischen Geschäften sind teurer als in reicheren EU-Mitgliedstaaten, und das Problem wird durch die drastische Kluft bei der Kaufkraft weiter verschärft: Der Grundnahrungsmittelkorb in Kroatien nimmt einen erheblich größeren Teil des monatlichen Haushaltseinkommens in Anspruch. Die Lebensmittelpreise in Kroatien haben bereits das Niveau Deutschlands erreicht, wo der Mindestlohn dem kroatischen Durchschnittslohn entspricht.