In den letzten Wochen stoßen Badegäste in der Gegend von Rogoznica und Primošten immer häufiger auf ungewöhnliche und farbenfrohe Meeresorganismen. Es handelt sich um Feuerwürmer, deren Berührung extrem starke und langanhaltende Schmerzen verursachen kann. Obwohl die Art Hermodice carunculata im Mittelmeer heimisch ist, hat die Erwärmung des Meeres ihre Massenvermehrung und Ausbreitung in den Norden der Adria begünstigt.
Bunte Eindringlinge, deren Borsten wie Feuer brennen
Der Feuerwurm erinnert mit seinem Aussehen an einen bunten Tausendfüßler. Er kann bis zu 30 Zentimeter lang werden, doch die Exemplare, die am häufigsten im Flachwasser anzutreffen sind, sind zwischen 5 und 10 Zentimeter lang. Ihr Körper besteht aus etwa hundert Segmenten, und die Farbe variiert von grünlich und braun bis hin zu leuchtend rot mit charakteristischen weißen Streifen. Genau dieses attraktive Aussehen zieht leicht die Aufmerksamkeit neugieriger Badegäste, insbesondere von Kindern, auf sich, und genau darin liegt die größte Gefahr.
Auf jedem Körperteil befinden sich dicke Bündel weißer Härchen, die als Schutz dienen. Diese Borsten, wissenschaftlich als Chaeten bezeichnet, sind äußerst zerbrechlich und verhalten sich wie winzige Glasnadeln. Bei Berührung brechen sie ab, dringen in die Haut ein und setzen ein komplexes Neurotoxin frei. Die Reaktion ist sofort: Es kommt zu starken, brennenden Schmerzen, die tagelang anhalten können, begleitet von Rötung, Schwellung und Juckreiz. In schwereren Fällen sind Übelkeit und Schwindel möglich. Es gab einen Fall eines Jungen am Strand von Rogoznica, der nach dem Kontakt mit dem Wurm medizinische Notfallhilfe benötigte. Personen, die allergisch auf Bienen- und Wespenstiche reagieren, könnten auch stärkere Reaktionen zeigen.
Von Süden bis Krk: Wie die Erwärmung die Würmer nach Norden treibt
Obwohl er oft fälschlicherweise als invasive Art beschrieben wird, ist der Feuerwurm ein heimischer Bewohner des Mittelmeers. Wissenschaftler bezeichnen ihn heute zunehmend als "einheimischen Eindringling", da seine Population stark ansteigt und er sich über seine üblichen Lebensräume hinaus ausbreitet. Der Hauptgrund ist die globale Erwärmung. Die Adria erwärmt sich, und höhere Temperaturen begünstigen das Wachstum der Larven des Feuerwurms, die in Wasser unter 22 °C nicht überleben können.
Studien vor der italienischen und maltesischen Küste zeigen einen enormen Anstieg der Individuenzahl. In einigen Gebieten ist die Zahl der Individuen hundertmal höher als in den 1990er Jahren. Ein ähnlicher Trend ist auch in der Adria zu beobachten. Einst selten und hauptsächlich auf die südlichen Inseln beschränkt, ist der Feuerwurm heute ein regelmäßiger Anblick entlang der mitteldalmatinischen Küste und wurde sogar weiter nördlich bis zur Insel Krk nachgewiesen. Seine Ausbreitung ist zu einer Art biologischem Indikator für die Erwärmung des Meeres geworden.
Albtraum für Fischer: Sie zerstören bis zu 70 Prozent des Fangs
Das Problem beschränkt sich nicht nur auf die Sicherheit der Badegäste. Feuerwürmer sind äußerst gefräßige Organismen, die sich von Aas und Korallen ernähren, aber auch als Räuber agieren. Fischer haben große Schwierigkeiten, wenn sie Fische angreifen, die in Netzen oder an Haken hängen geblieben sind. Erfahrungen von Fischern aus Sizilien zeigen das Ausmaß des Schadens: Die Würmer dringen durch Augen und Kiemen in den gefangenen Fisch ein und fressen ihn von innen auf, wobei sie oft nur Haut und Skelett zurücklassen.
Schätzungen zufolge können sie an bestimmten Orten bis zu 70 Prozent des Fangs zerstören. Um Verluste zu reduzieren, sind die Fischer gezwungen, die Verweildauer der Netze im Meer zu verkürzen, was zu geringeren Fängen und zusätzlichen finanziellen Verlusten führt. Eine auf Malta durchgeführte Studie schätzte, dass Fischer durch den zerstörten Fang bis zu 52,5 Prozent ihres Gewinns verlieren können. Ein zusätzliches Problem stellt die Praxis dar, beschädigte Fische und unerwünschten Beifang zurück ins Meer zu werfen, insbesondere in der Nähe von Häfen. Dadurch wird den Feuerwürmern eine ständige Nahrungsquelle geboten, was das Wachstum ihrer Population weiter begünstigen kann.
Was tun, wenn Sie von einem Feuerwurm gestochen werden?
Die Kontrolle der Feuerwurmpopulation in der Adria ist äußerst schwierig, da sie hier keine bekannten natürlichen Feinde haben und zudem über eine außergewöhnliche Regenerationsfähigkeit verfügen. Ein durchtrennter Wurm kann verlorene Körperteile wiederherstellen, daher löst eine mechanische Entfernung das Problem nicht.
Für Badegäste ist es am wichtigsten, vorsichtig zu sein. Feuerwürmer dürfen nicht berührt oder ihnen nicht zu nahe gekommen werden. Bei Kontakt sollte die Stelle mit Meerwasser gespült werden. Verbliebene Borsten sollten vorsichtig mit Klebeband entfernt werden, nicht mit bloßen Händen. Danach können Umschläge mit Alkohol helfen, und bei stärkeren Reaktionen ist ärztliche Hilfe erforderlich.