Die diesjährige Sommer-Einschreibungsfrist an kroatischen Hochschulen endete mit mehr als 25.000 Abiturienten, die das Recht auf Einschreibung erlangten. Das sind etwa hundert Kandidaten mehr als im Vorjahr, was auf eine leichte Erholung des Interesses an Hochschulbildung trotz demografischer Herausforderungen hindeutet. Die am 10. August 2026 veröffentlichten Daten bestätigen, dass die Plätze in den gefragtesten Studiengängen blitzschnell belegt waren, während einige Studiengänge völlig ohne Erstwahlen blieben.
Wirtschaftsfakultät und FER dominieren die Rangliste
Das größte Interesse der Abiturienten zog erneut die Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsfakultät der Universität Zagreb auf sich. Laut dem stellvertretenden Direktor der Agentur für Wissenschaft und Hochschulbildung, Igor Drvodelić, steht dieser Studiengang an erster Stelle, und der berufsbezogene Studiengang Betriebswirtschaftslehre belegte den dritten Platz. "An erster Stelle steht die Betriebswirtschaftslehre der Universität Zagreb an der Wirtschaftsfakultät, und direkt an dritter Stelle die Betriebswirtschaftslehre als berufsbezogener Studiengang. Diese Studiengänge dominieren, weil sie sehr hohe Zulassungsquoten haben", erklärte Drvodelić gegenüber HRT Vijesti.
Den zweiten Platz nach der Anzahl der Erstwahlen belegte die Fakultät für Elektrotechnik und Informatik (FER). Dekan Vedran Bilas betonte, dass ein Abschluss dieser Fakultät Türen in fast allen Branchen öffnet. "Es ist erwiesen, dass man nach einem FER-Abschluss praktisch in jeder Branche in Kroatien und im Ausland arbeiten kann. Das Studium ist gut organisiert, Studierende können ihre Zeit effektiv nutzen und die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben", sagte Bilas. Die Erstsemester werden das neue akademische Jahr am FER in renovierten Räumlichkeiten begrüßen.
Gesundheits- und technische Studiengänge weiterhin gefragt
Eine große Resonanz verzeichneten auch die Hochschule für Gesundheit sowie die Medizinische, Juristische, Bau-, Architektur- und Sportwissenschaftliche Fakultät. Auch die Fakultät für Maschinenbau und Schiffbau sowie die Studiengänge für angehende Lehrer und Erzieher stießen auf Interesse. Diese Verteilung des Interesses zeigt, dass Abiturienten bei der Berufswahl zunehmend die Beschäftigungsmöglichkeiten und die Breite der erworbenen Kompetenzen abwägen.
Studiengänge ohne eine einzige Erstwahl
Am anderen Ende des Spektrums befanden sich Programme, die kein Kandidat als Erstwahl ausgewählt hatte. Dazu gehören Judaistik, Indologie sowie Rumänische Sprache und Literatur an der Philosophischen Fakultät der Universität Zagreb. Der Dekan der Philosophischen Fakultät, Domagoj Tončinić, sieht den Hauptgrund in der ungünstigen demografischen Lage. "Das große Problem ist die Demografie und die sinkende Zahl der Studierenden. Dazu kommt ein großes Angebot an verschiedenen Studiengängen, viel größer als früher, und ein Teil der Abiturienten beginnt das Studium gar nicht in Kroatien", erklärte Tončinić gegenüber HRT Vijesti.
Eine zusätzliche Herausforderung stellt die Tatsache dar, dass ein Teil der jungen Menschen nach der Schule ins Ausland geht, um dort zu studieren, was die Unterschiede im Interesse an bestimmten Programmen weiter vertieft. Ein schwaches Interesse bedeutet nicht unbedingt, dass ein Programm keinen Wert hat, sondern kann eine Folge der geringeren Zahl von Abiturienten oder begrenzter beruflicher Erwartungen sein.
Herbstfrist bietet eine neue Chance
Kandidaten, die im Sommer nicht den gewünschten Studiengang belegen konnten oder ihre Entscheidung über die Fortsetzung der Ausbildung später getroffen haben, erhalten in der Herbstfrist eine neue Chance. Es sind noch 15.133 freie Studienplätze verfügbar. Die Herbstfrist ist besonders wichtig für diejenigen, die ihre ursprüngliche Wahl ändern möchten oder die Bedingungen für das gewünschte Programm nicht erfüllt haben.