Dr. Herman Vukušić hat in den sozialen Medien die Frage nach den doppelten Standards der kroatischen Justiz und Medien aufgeworfen, indem er das tragische Schicksal von Kristian Vukasović mit der Art und Weise verglich, wie die vier Verdächtigen der vorsätzlichen Brandstiftung in der Öffentlichkeit dargestellt werden. Während der Name des kranken jungen Mannes sehr schnell an die Öffentlichkeit gelangte, wird die Identität der Brandverdächtigen meist hinter der Phrase "kroatische Staatsbürger" verborgen.
Vukušić stellt eine Frage, die schwer zu umgehen ist: Wenn für Täter oder Verdächtige schwerer Straftaten, auch solcher, die im Zusammenhang mit einem möglichen terroristischen Motiv untersucht werden, nur die Bezeichnung "kroatische Staatsbürger" verwendet wird, bleibt die Frage, warum in anderen Fällen Name, Nachname und persönliche Umstände einer Person problemlos in den Medien erscheinen.
Wer war Kristian Vukasović?
Kristian Vukasović war ein junger Mann mit zahlreichen gesundheitlichen und psychischen Problemen, darunter metabolisches Syndrom, Asthma, ausgeprägte Probleme im Zusammenhang mit ADHS, und er stand bereits in seiner Kindheit unter psychiatrischer Betreuung. Er hatte eine "Beeinträchtigung der funktionellen Fähigkeiten III. Grades, also eine schwerere Behinderung" sowie "dringenden Bedarf an vorübergehender Hilfe und Pflege in vollem Umfang" festgestellt.
Obwohl er gesundheitliche und psychische Probleme hatte, meldete er sich selbst bei der Polizei und zeigte vor Gericht Reue für das Anzünden von drei Olivenbäumen in der Nähe des Familienhauses, landete jedoch im Gefängnis in Bilice. Kristian starb 2019 im Krankenhaus an Herzversagen, nachdem er aus dem Gefängnis dorthin gebracht worden war. Zu diesem Zeitpunkt war sein Name nicht vor der Öffentlichkeit verborgen.
Vergleich mit dem aktuellen Fall
Heute, wenn vier Personen wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung an mehreren Orten im Gebiet von Benkovac festgenommen wurden, spricht die Öffentlichkeit meist von "vier kroatischen Staatsbürgern". Vukušić stellt in seinem Beitrag die Schlüsselfrage: "WARUM HATTE KRISTIAN NICHT DEN GLEICHEN STATUS WIE DIE VIER 'KROATISCHEN STAATSBÜRGER'?"
Leider sind in diesem Fall die Namen und die nationale Identität der Verdächtigen doch an die Öffentlichkeit gelangt. Dennoch bleibt die Bitterkeit, weil sich erneut die Frage stellt, ob in der kroatischen Justiz und den Medien für alle dieselben Maßstäbe gelten. Der Text stellt nicht die Frage, ob jemand vorab für schuldig befunden werden sollte, sondern warum die Regeln zum Schutz der Identität, zur Berichterstattung und zum Umgang mit Verdächtigen in verschiedenen Fällen ungleich erscheinen.
Vukušićs Frage verlangt eine Antwort: Hätte Kristian anders behandelt werden können, wenn auf ihn derselbe Standard des Identitätsschutzes und der öffentlichen Darstellung angewendet worden wäre, der jetzt für die vier unter Brandverdacht Festgenommenen gilt?