Selenskyj sprach mit Vance: Abfangraketen für Patriot-Systeme als Priorität
Der ukrainische Präsident berichtete von einem 'guten Telefonat' mit dem US-Vizepräsidenten, Hauptthema waren Luftverteidigung und die Fortsetzung der russischen Aggression.
Der ukrainische Präsident berichtete von einem 'guten Telefonat' mit dem US-Vizepräsidenten, Hauptthema waren Luftverteidigung und die Fortsetzung der russischen Aggression.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Donnerstag, dem 31. Juli 2026, ein Telefonat mit dem Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, JD Vance, geführt, wie aus dem Büro des ukrainischen Präsidenten bestätigt wurde. Hauptthemen des Gesprächs waren die weitere militärische Unterstützung für die Ukraine, mit Schwerpunkt auf der Luftverteidigung, sowie die Fortsetzung der diplomatischen Zusammenarbeit nach dem jüngsten Treffen mit Präsident Donald Trump.
Selenskyj bezeichnete das Gespräch in einem Beitrag auf der Social-Media-Plattform X als "gutes Telefonat", berichtet die Ukrainska Prawda. Er betonte, dass das zentrale Thema des Gesprächs die Beschaffung von Abfangraketen für die Luftverteidigungssysteme Patriot war. "Die russischen Luftangriffe auf unser Land hören nicht auf, und die Luftverteidigung, insbesondere die Abfangraketen für Patriot gegen ballistische Raketen, bleibt die oberste Priorität", schrieb Selenskyj.
Die beiden Amtsträger gingen auch auf das jüngste Treffen Selenskyjs mit Präsident Trump in Washington am 28. Juli ein. Laut Selenskyj verlief dieses Treffen in einer "positiven und produktiven Atmosphäre". Nach einem Bericht von The Atlantic hat Selenskyj während dieser vertraulichen Gespräche im Weißen Haus um die Erlaubnis gebeten, das Starlink-System auf russischem Territorium für Angriffe auf Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen zu nutzen.
Neben der Militärhilfe sprachen Selenskyj und Vance auch über die breiteren Folgen der russischen Invasion. "Wir haben mit dem Vizepräsidenten auch über die Auswirkungen des russischen Krieges auf die Weltmärkte gesprochen", fügte Selenskyj in seiner Erklärung hinzu. Die beiden Führungspersönlichkeiten vereinbarten, dass ihre Teams in Kontakt bleiben und an allen besprochenen Themen weiterarbeiten werden.
"Ich danke den Vereinigten Staaten für ihre Unterstützung für die Ukraine und unser Volk", sagte Selenskyj und signalisierte damit die Fortsetzung der engen Zusammenarbeit zwischen Kiew und Washington.
Das Gespräch mit Vance findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Selenskyj ebenfalls am 31. Juli eine neue Schätzung der ukrainischen Kriegsverluste vorgelegt hat. Nach seinen Worten, die von AMK Mapping zitiert werden, hat die Ukraine bisher 50.000 Soldaten verloren. Diese Zahl folgt auf seine Aussage vom Februar 2026, in der er behauptete, dass 55.000 ukrainische Soldaten gefallen seien, was Fragen zur Konsistenz der Daten aufwarf. Bereits im Februar 2022 hatte Selenskyj eine Zahl von 46.000 Gefallenen genannt.
Gleichzeitig behauptet Selenskyj, dass allein im Juni 2026 28.000 russische Soldaten gefallen seien, was durchschnittlich 933 Tote pro Tag entspräche. AMK Mapping weist darauf hin, dass diese Zahlen, wenn man sie vergleicht, ein Verhältnis von 126:1 zugunsten der Ukraine suggerieren würden, was statistisch fragwürdig erscheint.
Auf der anderen Seite veröffentlichte die russische Staatsagentur TASS am selben Tag eine Analyse des Militärexperten Boris Roschin, der behauptet, dass Kiew die Rolle der globalen destabilisierenden Kraft von Terrororganisationen wie dem IS und Al-Qaida übernommen habe. "Der Terrorismus in der Ukraine hat heute die Rolle der wichtigsten destabilisierenden Kraft in souveränen Staaten vom IS und Al-Qaida übernommen", schrieb Roschin für TASS.
Roschin behauptet, dass ukrainische Ausbilder im Jahr 2023 und 2024 in Syrien mit Al-Qaida und Hay'at Tahrir al-Sham (HTS) verbundene Milizionäre im Umgang mit Drohnen ausgebildet hätten. Er führt weiter aus, dass mit Kiew verbundene Terrorzellen im Irak festgenommen worden seien, während ukrainische Experten in Mali und Niger bei Angriffen auf Regierungstruppen geholfen hätten, woraufhin diese beiden Länder die diplomatischen Beziehungen zur Ukraine abgebrochen hätten. Im Sudan hätten sich ukrainische Milizionäre nach seinen Angaben auf der Seite der Rebellenkräfte gekämpft.
"Die amerikanischen und NATO-Geheimdienste haben die Ukraine jahrelang mit Waffen vollgepumpt und sie in ein Testgelände verwandelt, sodass sie nun gut ausgebildete und billige ukrainische Truppen als ideales Proxy-Mittel weltweit einsetzen können, ohne jegliches Reputationsrisiko für den Westen selbst", schloss Roschin.