Flüsse in ganz Europa, von der Donau über den Rhein bis zur Loire, haben in diesem Sommer alarmierend niedrige Wasserstände erreicht. Dies ist eine Folge der anhaltenden Dürre und der extremen Hitze, die den Kontinent heimgesucht haben und surreale Szenen hervorgebracht haben: Aus dem Wasser tauchen Skelette der Geschichte und Überreste längst verschwundener Kreaturen auf.
Gespenstische Kriegsrelikte an der Donau
An der Donau, dem zweitlängsten Fluss Europas, hat der Rückzug des Wassers Dutzende Rümpfe deutscher Kriegsschiffe freigelegt, die während des Zweiten Weltkriegs versenkt wurden. Ein Foto, aufgenommen am 4. August 2026 in Serbien von Darko Vojinović von der AP, zeigt einen Mann, der über eine Sandbank direkt neben einem rostigen Wrack läuft. Am selben Tag blieben in der Nähe von Apatin in Serbien Boote im Yachthafen auf dem trockenen Boden gestrandet, festgehalten von Fotograf Nenad Mihajlović von AFP.
Mammut aus der Eiszeit und Sprengstoff für die Schifffahrt
Der sinkende Wasserstand hat nicht nur Kriegsnarben offenbart. Wissenschaftler des Regionalen Geschichtsmuseums in Rousse untersuchten am 30. Juli 2026 die Überreste eines alten Mammuts, dessen Knochen am Ufer der Donau in der Nähe des Dorfes Ryahovo, südlich von Bukarest, aufgetaucht waren. Auf der anderen Seite kämpft in Rumänien auch das Militär gegen die Folgen der Dürre. Die rumänische Marine führte am 3. August 2026 eine kontrollierte Sprengung versunkener Felsen bei Izvoarele durch, wobei Unterwassersprengstoffe eingesetzt wurden, um den Wasserfluss zu verbessern.
Frösche in Pfützen und gestrandete Fischer
Szenen, die das ökologische Drama veranschaulichen, wurden entlang des gesamten Verlaufs der Donau festgehalten. Fotografin Andreea Alexandru von AP nahm am 3. August 2026 einen Frosch auf, der in einer Pfütze in einem Gebiet schwamm, das normalerweise vollständig überflutet ist, in der Nähe von Rasova in Rumänien. Auch Westeuropa bleibt nicht verschont. In Deutschland, am Rhein, zeigt ein Foto von Ina Fassbender von AFP vom 30. Juli 2026 ein ehemaliges Aalfischerboot, bedeckt mit getrocknetem Schlamm, das bei Niedrigwasser in der Nähe von Neuss gestrandet ist.
Frankreich: Das Bett der Loire wird zum Strand
In Zentralfrankreich ist die Loire so stark ausgetrocknet, dass ihr Bett zu einem Erholungsort geworden ist. Fotos von Alain Jocard von AFP, aufgenommen am 22. Juli 2026, zeigen Besucher, die im teilweise trockenen Flussbett in Orléans baden und auf dem Sand sitzen, während aus dem rissigen Boden in der Nähe von Chécy eine Pflanze sprießt. Diese Szenen veranschaulichen eindringlich das Ausmaß der Dürre, die weite Teile Europas getroffen hat und deren Folgen auch in den gemeinsamen Flusssystemen spürbar sind.