Die Vereinigten Staaten und Japan haben am vergangenen Freitag (31. Juli 2026) eine seltene gemeinsame Intervention an den Devisenmärkten durchgeführt, um den japanischen Yen zu stärken, dessen Wert gegenüber dem Dollar auf den niedrigsten Stand seit vier Jahrzehnten gefallen war. Offizielle Bestätigungen kamen am Wochenende von US-Präsident Donald Trump und der japanischen Finanzministerin Satsuki Katayama, und das Ergebnis war sofort spürbar: Am Montag fiel der Dollar um etwa ein Prozent auf 156,34 Yen.
Von 163 auf 156 Yen in wenigen Tagen
Vor der Intervention hatte der Dollarkurs die Marke von 163 Yen durchbrochen, den höchsten Stand seit 40 Jahren. Nachdem am Markt Zweifel an einer koordinierten Aktion der Regulierungsbehörden aufgekommen waren, fiel der Kurs unter 160 Yen. Der entscheidende Schritt erfolgte jedoch nach der offiziellen Bekanntgabe: Am frühen Montag (3. August 2026) verzeichnete der Dollar einen starken Rückgang auf 156,34 Yen, was eine außergewöhnlich große Veränderung für dieses Währungspaar darstellt.
Die anhaltende Schwäche des Yen hatte in Tokio zunehmend für Frustration gesorgt, da Japan einen Großteil seiner Bedürfnisse importiert und eine schwache Währung die Preise direkt in die Höhe treibt und die Inflation anheizt. Frühere eigenständige Bemühungen der japanischen Behörden, den Yen zu stärken, blieben ohne nennenswerten Erfolg. Hauptursache war die enorme Zinsdifferenz zwischen der US-Notenbank Fed und der Bank of Japan, die Anleger dazu veranlasste, Yen zu verkaufen und Dollar zu kaufen, um höhere Renditen zu erzielen.
Trump: "Wir sind immer für Japan da"
Präsident Trump bestätigte die Intervention am Sonntag (2. August 2026) und nannte sie ein "Zeichen der Freundschaft". "Wir haben ein gutes Verhältnis zu Japan. Wir sind sehr stark, finanziell sehr, sehr stark, und sie, wissen Sie, haben einen Yen, der schwächer wird, und sie wollten ein wenig Hilfe, und wir sind immer für Japan da. Japan war sehr gut zu uns, abgesehen natürlich von Pearl Harbor", sagte Trump, wie AP berichtet. Er fügte hinzu, dass die Vereinigten Staaten aus der Intervention einen "finanziellen Vorteil" gezogen hätten und dass der Schritt "auch gut für die Weltwirtschaft" sei.
In einer separaten Ansprache an Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One war Trump noch deutlicher: "Der Yen schwächt sich ab und sie brauchten ein wenig Hilfe. Wir sind immer für Japan da", zitierte ihn CNN.
"Wir unterstützen nachdrücklich die entschlossenen markt- und währungspolitischen Schritte Japans, die darauf abzielen, die erhebliche Unterbewertung des Yen zu korrigieren", erklärte US-Finanzminister Scott Bessent auf der Social-Media-Plattform X.
Auf japanischer Seite gab Finanzministerin Satsuki Katayama eine Erklärung heraus, in der sie bestätigte, dass das Ministerium Yen in Abstimmung mit dem US-Finanzministerium gekauft habe. Die Intervention sei nach ihren Worten darauf ausgerichtet gewesen, "übermäßige Volatilität und ungeordnete Bewegungen des japanischen Yen in den letzten Monaten einzudämmen".
Ein seltener Schritt, der in der Geschichte nur wenige Male vorkam
Ein so offenes Eingeständnis einer Währungsintervention ist äußerst selten. Neil Newman, Geschäftsführer und Leiter der Strategieabteilung bei Astris Advisory Japan, erinnert daran, dass das letzte große Beispiel nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami in Japan im Jahr 2011 stattfand. Diese Aktion ist die erste gemeinsame US-japanische Intervention zum Kauf von Yen seit 1998.
"Es ist sehr selten, dass die Amerikaner mit den Japanern dabei zusammenarbeiten, aber hier gibt es eine Interessensgleichheit zwischen Japan und Amerika", schlussfolgerte Newman. Ein schwächerer Dollar macht amerikanische Waren auf dem japanischen Markt wettbewerbsfähiger, was dazu beitragen könnte, die US-Exporte zu steigern.
Notizbuch des Ministers und globaler Kontext
Ein Reuters-Foto von der Kabinettssitzung Trumps in Camp David am Freitag (31. Juli 2026) zeigte, dass Minister Bessent in seinem Notizbuch bereits einen Plan festgehalten hatte: "Japanischen Yen (JPY) im Wert von 5-10 Milliarden Dollar kaufen". Die Financial Times berichtete an diesem Tag, dass die Federal Reserve Bank of New York im Auftrag des US-Finanzministeriums Euro in Yen getauscht habe.
Die Intervention erfolgt vor dem Hintergrund globaler Sorgen an den Finanzmärkten. Obwohl sie die Yen-Schwäche vorübergehend stoppen und Spekulanten abschrecken kann, sind sich Experten einig, dass für eine nachhaltigere Wende Änderungen in der Geldpolitik erforderlich sein werden, genauer gesagt eine Verringerung der Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan. Trump nannte Beispiele ähnlicher US-Interventionen: das Hilfspaket für Argentinien in Höhe von 20 Milliarden Dollar im letzten Jahr sowie die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro.