Die traurige Melodie der Glocke hallte am Samstag, dem 8. August 2026, über die Uferpromenade von Biograd und markierte den Beginn der Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima. Die Versammelten am Denkmal des Kranichs, einem Symbol für Frieden und Langlebigkeit, riefen die Erinnerung an eine der dunkelsten Episoden des letzten Jahrhunderts wach und appellierten an die internationale Gemeinschaft, sich entschlossener für die dauerhafte Ächtung von Atomwaffen einzusetzen.
Biograd als seltene Friedensbotschaft außerhalb Japans
Das Besondere an dieser Veranstaltung liegt darin, dass Biograd na Moru eine der wenigen Städte außerhalb Japans ist, die diesen traurigen Jahrestag regelmäßig begeht. Bürgermeister Ivan Knez betonte, dass die Schrecken von Hiroshima und Nagasaki sowie das Leid der Überlebenden für immer eine Mahnung an den Planeten bleiben. "Die durch die Atombomben in Hiroshima und Nagasaki verursachte Zerstörung und das unbeschreibliche Leid, das so viele Menschen erlitten haben, dürfen sich niemals wiederholen. Kriege haben keine Sieger, sondern nur Verlierer", erklärte Knez.
Seit 2009 hat Biograd einen Platz im Exekutivausschuss des globalen Netzwerks "Bürgermeister für den Frieden" (Mayors for Peace), das derzeit 8.589 Städte aus 166 Ländern und Regionen umfasst und mehr als eine Milliarde Menschen vertritt.
Appell aus dem Land, das den atomaren Schrecken überlebt hat
Die Programmleiterin Branka Pelicarić erinnerte an die Chronologie der Ereignisse. "Vor 81 Jahren, am 6. August 1945, explodierte über Hiroshima die erste im Krieg eingesetzte Atombombe. Drei Tage später ereilte Nagasaki dasselbe Schicksal. Innerhalb von Augenblicken verschwanden ganze Stadtviertel, und mehr als 200.000 Menschen verloren durch die Explosion und die Strahlung ihr Leben. Es war eine Tragödie, deren Folgen die Menschheit bis heute spürt", führte sie aus. Bereits zum siebzehnten Mal in Folge ist die Botschaft von der Uferpromenade in Biograd unverändert: Frieden ist nur in einer Welt möglich, die frei von Atomwaffen ist.
An der Versammlung nahm auch der japanische Botschafter in Kroatien, S.E. WADA Mitsuhiro, teil. Er betonte die dauerhafte Verpflichtung Japans, der einzigen Nation, die einen Atombombenangriff erlebt hat, für eine Welt ohne solche Waffen einzutreten. "Dieses Engagement ist heute umso wichtiger, in einer Zeit tiefgreifender geopolitischer Veränderungen und neuer Sicherheitsherausforderungen", sagte der Botschafter. Er warnte auch vor den Gefahren, die sich aus aktuellen Konflikten ergeben, und erwähnte dabei insbesondere die Situation um das Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine, die die Zerbrechlichkeit des Friedens und die Bedrohung, die Kriege für die gesamte Menschheit darstellen, verdeutliche.
Lampions für alle Opfer
Botschafter Mitsuhiro rief die Anwesenden auf, nicht nur für die Opfer von Hiroshima und Nagasaki zu beten, sondern auch für alle, die in Kriegen gelitten haben, und ihre Familien weltweit. "Diese Gedenkveranstaltung in Biograd ist Teil dieser gemeinsamen Mission", schloss er.
Der abschließende Akt der Zeremonie umfasste das Niederlegen von Blütenblättern und das Aussetzen brennender Lampions auf dem Wasser neben dem Denkmal. Dieses Ritual, das Licht und Hoffnung symbolisiert, ist eine direkte Anspielung auf den Brauch am Ota-Fluss in Hiroshima. Den musikalischen Beitrag leisteten die japanischen Künstler Naho Hirai Sigl, Burchard Sigl und Tomoko Nishikawa sowie die Trommelgruppe Dokyo; die Übersetzung übernahm Jasminka Bajlo, Vizepräsidentin des Vereins "Visionen der Kampagne 2020" bei der Organisation "Bürgermeister für den Frieden".
"Die durch die Atombomben in Hiroshima und Nagasaki verursachte Zerstörung und das unbeschreibliche Leid, das so viele Menschen erlitten haben, dürfen sich niemals wiederholen. Kriege haben keine Sieger, sondern nur Verlierer."
Ivan Knez, Bürgermeister von Biograd na Moru