Maut könnte in der Hauptsaison steigen
Das Mautgesetz führt die Möglichkeit einer 'Staugebühr' ein, aber die Schlüsselentscheidung über ihre Anwendung trifft die Regierung, nicht die kroatischen Autobahnen.
Das Mautgesetz führt die Möglichkeit einer 'Staugebühr' ein, aber die Schlüsselentscheidung über ihre Anwendung trifft die Regierung, nicht die kroatischen Autobahnen.
Dieselbe Autobahnfahrt könnte in Zukunft unterschiedlich bepreist werden, je nachdem, wie stark der Verkehrsstau zu diesem Zeitpunkt ist. Das neue Mautgesetz, das gerade im Amtsblatt veröffentlicht wurde, nennt ausdrücklich auch eine "Staugebühr" als Bestandteil des Gesamtpreises und öffnet damit die Tür für eine Verteuerung der Durchfahrt auf den am stärksten belasteten Abschnitten genau dann, wenn der Verkehr am dichtesten ist.
Es handelt sich um eine Gebühr, die pro Fahrzeug erhoben werden kann, um die durch Staus verursachten Kosten zu decken, aber auch um zu versuchen, die Staus selbst zu reduzieren. Für Autofahrer ist Artikel 11 entscheidend, der vorschreibt, dass sie ausschließlich für die Nutzung einer Autobahn oder eines Teils davon erhoben werden darf, auf dem ein Stau besteht, und nur solange dieser andauert.
Die praktische Frage stellt sich von selbst: Wird die Fahrt an die Küste in den verkehrsreichsten Sommerzeiten, etwa am Samstagmorgen, teurer sein als die Durchfahrt auf derselben Strecke außerhalb der Saison? Das Gesetz lässt ein solches Szenario zu, aber das bedeutet nicht, dass es bereits beschlossen ist, noch dass jeder Stau automatisch den Preis erhöht.
Die Entscheidung liegt nicht bei den kroatischen Autobahnen, auch nicht beim elektronischen Mautsystem selbst. "Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass die Einführung und Abschaffung der Staugebühr durch Entscheidung der Regierung geregelt wird", heißt es im Text. Die Möglichkeit besteht also, aber für ihre tatsächliche Umsetzung ist eine besondere Entscheidung an der Spitze der Exekutive erforderlich.
Wenn die Gebühr eingeführt wird, muss sie für alle Fahrzeuge in nicht diskriminierender Weise angewendet werden. Die Einnahmen daraus dürften nicht in den allgemeinen Haushalt fließen, die Erhebungsstellen sind verpflichtet, sie ausschließlich zur Lösung von Stauproblemen auf der Autobahn oder dem Abschnitt zu verwenden, auf dem die Gebühr erhoben wurde.
Die Idee, dass der Preis für die Autobahnnutzung vom Reisezeitpunkt abhängt, ist im kroatischen Recht nicht völlig neu. Die Mautverordnung ermöglicht bereits eine Anpassung der Infrastrukturgebühr zur Reduzierung von Staus, Verbesserung der Verkehrsflüssigkeit und Erhöhung der Sicherheit, und zwar abhängig von Tageszeit, Tagesart oder Saison.
Es gibt jedoch klare Grenzen. Die Spitzenzeiten, in denen eine höhere Infrastrukturgebühr erhoben würde, dürfen nicht länger als sechs Stunden täglich dauern, und das System muss transparent sein. Noch wichtiger: Auf demselben Abschnitt dürften nicht gleichzeitig die Anpassung der Infrastrukturgebühr und die besondere Staugebühr angewendet werden, es handelt sich um zwei verschiedene Mechanismen, um den Verkehr außerhalb der am stärksten belasteten Zeiten zu verteilen.
Die Logik des Systems ist relativ einfach: Wenn die Durchfahrt auf einem Abschnitt gerade dann teurer wird, wenn der Stau am größten ist, werden einige Fahrer, die den Reisezeitpunkt wählen können, früher oder später losfahren. Das ist besonders interessant in Kroatien, wo während der Tourismussaison einige Autobahnen und Zufahrten zu größeren Städten Zeiten mit extrem hohem Verkehrsaufkommen verzeichnen.
Die neue Verordnung impliziert jedoch nicht, dass die Fahrt mit dem Auto an die Küste am Samstag sofort teurer wird, sobald die Mautstellen entfernt sind, sie schafft in erster Linie eine rechtliche Möglichkeit für ein solches Abrechnungsmodell. Wenn in Zukunft eine neue oder wesentlich geänderte Maut eingeführt würde, die eine Staugebühr beinhaltet, müsste das Ministerium mindestens sechs Monate vor ihrer Einführung die Europäische Kommission informieren und das vorgeschriebene Verfahren durchführen. Auf der Rechnung müsste außerdem der Betrag dieser Gebühr, falls sie angewendet wird, besonders ausgewiesen werden.
Das neue elektronische Mautsystem sollte daher nicht nur als Ersatz für Schranken und Kassen betrachtet werden. Die Technologie, die kein Anhalten der Fahrzeuge erfordert, wird ein viel flexibleres Abrechnungssystem ermöglichen, und das Gesetz lässt bereits jetzt Raum für verschiedene Preismodelle, einschließlich desjenigen, das den Autofahrern am wenigsten gefallen dürfte: teurere Autobahnpassagen genau dann, wenn alle reisen wollen.