Drau in Osijek auf tiefstem Stand seit fast 200 Jahren
Kroatische Flüsse erreichen historische Tiefststände, Orljava bei Požega nur noch drei Zentimeter, Anwohner am Fuße des Papuk bleiben ohne Brunnenwasser.
Kroatische Flüsse erreichen historische Tiefststände, Orljava bei Požega nur noch drei Zentimeter, Anwohner am Fuße des Papuk bleiben ohne Brunnenwasser.
Die Wasserstände der kroatischen Flüsse bleiben weiterhin auf besorgniserregend niedrigen Niveaus, wobei die dramatischste Situation an der Drau in Osijek verzeichnet wird, wo Werte gemessen wurden, die seit fast zwei Jahrhunderten nicht mehr gesehen wurden. Wie OsijekNews diese Woche berichtete, wurde die Schifffahrtsstraße auf der Drau von riesigen Sandbänken durchschnitten, die aufgrund des Wassermangels aufgetaucht sind, sodass Fracht- und Passagierschiffe nicht mehr in die Stadt einfahren können.
Laut dem Morgenbericht des Staatlichen Hydrometeorologischen Instituts (DHMZ) für Sonntag um 7 Uhr betrug der Wasserstand der Drau in Osijek -183 Zentimeter, während die Donau bei Batina bei -138 Zentimetern lag. Beide Flüsse sind gefährlich nahe an ihren historischen Tiefstständen. Das DHMZ verzeichnete Anfang August einen neuen Rekord an der Drau in Osijek von -192 Zentimetern, und die Donau sank am 3. August 2026 in Batina auf bisher unerreichte -142 Zentimeter. Am Sonntagmorgen lag die Drau neun Zentimeter über diesem Tiefstpunkt, die Donau nur vier Zentimeter über ihrem Rekordminimum.
Der Generaldirektor der Kroatischen Gewässer, Zoran Đuroković, betonte in den letzten Tagen in den Medien die Ernsthaftigkeit der hydrologischen Lage und wies darauf hin, dass es derzeit keine Anzeichen für eine baldige Erholung der Wasserstände von Donau und anderen Flüssen gibt. Besondere Aufmerksamkeit widmete er der Drau bei Osijek und erinnerte daran, dass ihr Wasserstand seit 1827 kontinuierlich gemessen wird und Werte wie die aktuellen seit fast 200 Jahren nicht verzeichnet wurden.
Auch die anderen größeren Gewässer zeigen keine Anzeichen einer Besserung. Das DHMZ verzeichnet, dass die Save in Zagreb auf -293 Zentimeter gefallen ist, die Kupa in Karlovac auf -58 und die Mur bei Mursko Središće auf 147 Zentimeter. Die Experten des Instituts bestätigen, dass es sich um einen Niedrigwasserzustand handelt, also um eine Periode ungewöhnlich niedriger Abflüsse und Wasserstände.
Der kritischste Punkt ist die Orljava bei Požega, deren Wasserstand am Sonntag nur noch drei Zentimeter erreichte. Đuroković schätzt, dass dieser Fluss im Gebiet von Požega bereits in den nächsten Tagen vollständig austrocknen könnte. Als mögliche Lösung für die Zukunft nannte er den Bau eines Stausees oberhalb der Stadt, der eine kontrollierte Wasserabgabe in Trockenperioden und die Erhaltung des ökologischen Minimums ermöglichen würde.
Das Portal 24sata berichtet über Zeugnisse von Anwohnern an den Hängen des Papuk, deren Brunnen sich extrem langsam füllen oder vollständig ausgetrocknet sind. In einigen kleineren Gewässern hat sich das Wasser nur noch in Pfützen gehalten, und Wasserschützer und Ingenieure der Kroatischen Gewässer warnen, dass die Orljava bis Ende dieser oder Anfang nächster Woche vollständig ohne Wasser sein könnte.
Die Prognose des DHMZ bringt keinen Optimismus. Für das Wochenende werden keine wesentlichen Änderungen erwartet, und Save, Kupa, Donau und Mur sollten im Bereich des Niedrigwassers bleiben, während auch an der Drau eine Stagnation vorhergesagt wird. Das Institut warnt auch vor langfristigen Folgen des Niederschlagsmangels und reduzierter Flussabflüsse. Die Donau bei Batina verbrachte den größten Teil des Jahres 2026 unterhalb der Schwelle der hydrologischen Dürre, und die Grundwasserspiegel in Zentral-, Nord- und Ostkroatien sinken weiter und nähern sich den bisherigen Minimalwerten. Das DHMZ weist darauf hin, dass sich das Grundwasser deutlich langsamer erholt als die Flüsse selbst.