Die Betreiber der europäischen Untergrundgasspeicher injizieren das Gas aufgrund des Konflikts zwischen den USA und dem Iran langsamer, was es erschwert, die Zielbefüllungsgrade vor der Heizsaison zu erreichen. Laut einem Bericht des Handelsblatts, der sich auf Berechnungen des Fachportals Montel stützt, könnten die Reserven bis April 2027 vollständig erschöpft sein.
142 Tanker pro Monat nötig, es kommen 105
Nach Angaben von TASS müssten die EU-Länder, um die Untergrundspeicher auf den Zielwert von 80 Prozent zu füllen, in den nächsten zweieinhalb Monaten monatlich 142 Tanker mit verflüssigtem Erdgas (LNG) empfangen. Allerdings haben die europäischen LNG-Terminals in den letzten Monaten im Durchschnitt nur 105 Tanker pro Monat erhalten.
Wenn sich das Einkaufstempo nicht ändert, werden die Speicher bis zum 1. November 2026 nur zu 69 Prozent gefüllt sein. In diesem Fall, so das Handelsblatt, könnten die Reserven bis April 2027, wenn die Heizsaison in Europa endet, erschöpft sein.
Marktlogik und Angst vor Verlusten
Das Handelsblatt erklärt, dass die Betreiber der Gasspeicher private Unternehmen sind, die auf Marktanreize reagieren. Normalerweise kaufen sie im Sommer Gas, um es im Winter zu einem höheren Preis zu verkaufen und Gewinne zu erzielen. Aufgrund des Konflikts zwischen den USA und dem Iran, der zu einem starken Rückgang der LNG-Lieferungen aus dem Persischen Golf geführt hat, bleiben die Gaspreise jedoch hoch.
Die Importeure befürchten daher, dass die Preise fallen könnten, wenn die Krise gelöst wird, was ihnen Verluste bescheren würde, wenn sie jetzt zu hohen Preisen kaufen. Darüber hinaus muss Europa mit asiatischen Ländern um die reduzierten LNG-Lieferungen auf dem Weltmarkt konkurrieren. Asiatische Käufer sind bereit, höhere Preise zu zahlen, was es ihnen ermöglicht, Lieferungen aus den Exportländern anzuziehen.
Doppelte Preise und Belastung für Verbraucher
Unter solchen Bedingungen würde eine Erhöhung der Importe von europäischen Unternehmen verlangen, Einkaufspreise zu zahlen, die doppelt so hoch sind wie die vor Beginn des amerikanischen Krieges gegen den Iran verfügbaren. Das würde sie im Durchschnitt zusätzliche 60 Euro pro Megawattstunde kosten. In diesem Fall würden die höheren Kosten für Strom und Heizung letztendlich von den Verbrauchern getragen.
Obwohl der Bericht Kroatien nicht direkt erwähnt, würde sich eine potenzielle Gasknappheit und ein Anstieg der Energiepreise auf EU-Ebene auch auf kroatische Verbraucher auswirken, sowohl durch die Energiesicherheit als auch durch die Marktpreise.