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HGK warnt: Klimawandel kostet Kroatien bereits Milliarden

Die Vizepräsidentin der HGK, Marija Šćulac, betont, dass extreme Hitze, Dürren und Brände eine konkrete Bedrohung für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft darstellen, und Schätzungen der Weltbank deuten auf die Notwendigkeit zusätzlicher jährlicher Investitionen von 1,1 Prozent des BIP hin.

Foto: Anton Klyuchnikov na Pexels
Kurz gesagt
  • HGK warnt, dass der Klimawandel Kroatien bereits konkrete wirtschaftliche Schäden zufügt.
  • Die Weltbank schätzt, dass für Anpassung und Dekarbonisierung zusätzliche Investitionen von 1,1 % des BIP pro Jahr erforderlich sind.
  • Landwirtschaft, Tourismus und Energie gehören zu den am stärksten gefährdeten Sektoren, und das Schlüsselprojekt ist die Modernisierung des Stromnetzes.
  • Extreme Dürren und hohe Temperaturen verursachen schlechte Ernten und steigende Lebensmittelpreise in ganz Europa und der Welt.

Rekordtemperaturen, lang anhaltende Dürren und verheerende Brände sind nicht mehr nur ein Umweltproblem, sondern treffen die kroatische Wirtschaft direkt. Diese Warnung äußerte Marija Šćulac, Vizepräsidentin der Kroatischen Wirtschaftskammer (HGK), im HRT und betonte, dass der Klimawandel bereits jetzt einen spürbaren finanziellen Preis hat.

"All diese extrem hohen Temperaturen, Dürren, Brände und andere Unwetter haben heute einen realen, konkreten wirtschaftlichen Preis", erklärte Šćulac. Ihren Worten zufolge könnten die Schäden durch den Klimawandel auf europäischer Ebene ohne angemessene Anpassungsmaßnahmen atemberaubende 126 Milliarden Euro pro Jahr erreichen.

Kroatien besonders verwundbar, zusätzlich 1,1 % des BIP pro Jahr erforderlich

Kroatien gehört aufgrund seiner Größe und Wirtschaftsstruktur zu den Ländern, die besonders stark Klimarisiken ausgesetzt sind. Schätzungen der Weltbank, die die Vizepräsidentin der HGK übermittelte, deuten darauf hin, dass das Land für Anpassung und Dekarbonisierung zusätzlich 1,1 Prozent des BIP pro Jahr aufwenden müsste.

Obwohl es sich um einen erheblichen Betrag handelt, warnt Šćulac, dass das Aufschieben dieser Investitionen langfristig deutlich teurer wäre. "Wenn wir heute über Klimawandel und Klimaresilienz sprechen, sprechen wir nicht nur über Umweltschutz, sondern in erster Linie über wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit", so ihre Botschaft.

Landwirtschaft und Tourismus an vorderster Front

Es gibt kaum einen Sektor, der die Folgen nicht spürt, doch einige sind stärker betroffen als andere. Die Landwirtschaft kämpft mit extremen Wetterlagen, die die Erträge verringern, während sich die Tourismustrends drastisch ändern könnten.

"Aufgrund der hohen Temperaturen werden die Gäste ihre Gewohnheiten ändern und während der heißesten Sommermonate immer seltener kommen", prognostiziert Šćulac. Dies werde den Tourismussektor zwingen, die Saison zu verlängern und die Geschäftsmodelle anzupassen. Das Baugewerbe wiederum muss Wege finden, die Arbeit bei unerträglicher Hitze zu organisieren, während Verkehr und Logistik bereits Probleme aufgrund von Dürren und niedrigen Wasserständen verzeichnen.

Energiewende als Imperativ

Die hohen Temperaturen erhöhen gleichzeitig den Stromverbrauch und setzen die Produktion unter Druck. "Die Energiewende, insbesondere im Kontext des Klimawandels, hat keine Alternative. Allerdings muss Kroatien diesen Prozess enorm beschleunigen", warnte Šćulac und fügte hinzu, dass es nicht nur um den Bau von Solar- und Windkraftanlagen gehe.

Sie hält die Modernisierung des Stromnetzes für entscheidend, damit es einen immer größeren Anteil erneuerbarer Energien aufnehmen kann, sowie die Rolle von Batteriespeichersystemen für die Speicherung von Energieüberschüssen. "Die Modernisierung und der Ausbau des Stromnetzes ist das zentrale, größte und wichtigste Infrastrukturprojekt der kroatischen Energiewende", schloss sie.

Dürre verwüstet die Landwirtschaft in ganz Europa und der Welt

Kroatien ist mit diesen Herausforderungen nicht allein. In England und Wales wurde ein außergewöhnlich trockener Juli verzeichnet, und in Teilen Englands wurde bereits Dürre ausgerufen. Der Geodaten-Experte Tom Gray veranschaulichte die Schnelligkeit der Veränderungen in Südengland. "Dieses Bild wurde am 26. Juni dieses Jahres aufgenommen, dieses am 29. Juli. Der Unterschied beträgt also nur einen Monat. Aber schauen Sie, wie es aussieht, nachdem wir eine so ausgeprägte Hitzewelle hatten und es in diesem Monat überhaupt nicht geregnet hat", sagte Gray.

Ähnlich ist die Lage im deutschen Bayern, wo die Landwirte katastrophale Ernten erwarten. Michael Pellmeyer, Landwirt aus Freising, berichtet von der schwierigen Lage: "In unserer Region gab es praktisch zwei Monate lang keinen Niederschlag, und das ist eine Katastrophe, insbesondere für Getreide. Wir verzeichnen einige der schlechtesten Getreideerträge seit Beginn der Aufzeichnungen. Und nach einem heftigen Gewitter mussten wir uns zudem mit Hagelschäden auseinandersetzen."

Das Problem ist global. In Südkorea sind einige Produkte auf den Märkten innerhalb nur einer Woche um ein Drittel teurer geworden. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen warnt zusätzlich vor dem Risiko von Hunger aufgrund von Klimaphänomenen. "Solche Bedingungen umfassen die Erwärmung des Pazifiks, die das Klima weltweit beeinflusst. Der letzte El Niño führte zu einem großen Anstieg des Hungers", sagte Jean-Martin Bauer, Direktor des Dienstes für Ernährungs- und Ernährungssicherheitsanalyse des Welternährungsprogramms.

Häufige Fragen
Wie viel könnte der Klimawandel Europa ohne Anpassungsmaßnahmen kosten? +
Nach Schätzungen der HGK könnten die Schäden 126 Milliarden Euro pro Jahr erreichen.
Wie viel zusätzliche Investitionen benötigt Kroatien für die Anpassung an den Klimawandel? +
Nach Schätzungen der Weltbank müsste Kroatien jährlich zusätzlich 1,1 Prozent des BIP investieren.
Welche kroatischen Wirtschaftssektoren sind am stärksten gefährdet? +
Die Vizepräsidentin der HGK nennt Landwirtschaft, Tourismus, Bauwesen, Verkehr und Logistik sowie Energie.
Was ist das Schlüssel-Infrastrukturprojekt der kroatischen Energiewende? +
Die Modernisierung und der Ausbau des Stromnetzes, um einen größeren Anteil erneuerbarer Energien aufnehmen zu können.

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