Nach Angaben, die das Unternehmen Yacht-Rent gesammelt und die Index.hr am 29. Juli 2026 veröffentlicht hat, zählt Kroatien weiterhin zu den gefragtesten Charterzielen im Mittelmeer. Die Analyse offenbart jedoch ein ungewöhnliches Paradoxon: Trotz der starken Nachfrage sind die Mietpreise für Segelboote und Katamarane die niedrigsten unter allen vergleichbaren Ländern.
Segelboote: gleiche Auslastung, drastisch niedrigerer Preis
Die durchschnittliche Buchungsrate für Segelboote in Kroatien liegt derzeit bei 59,44 %, was fast identisch mit Griechenland (59,21 %) ist und höher als in Italien, Frankreich, Spanien und der Türkei. Dennoch sind die Unterschiede bei den Preisen pro Person enorm. Die Anmietung eines Segelboots in Kroatien kostet 355 Euro pro Person, während sie in Griechenland 27 % teurer ist, in Italien 17 %, in Spanien 22 % und in der Türkei sogar 37 %. Mit anderen Worten: Ein fast gleicher Prozentsatz an Auslastung bringt den einheimischen Charterfirmen keine höheren Einnahmen.
Katamarane: zweiter Platz bei Buchungen, niedrigster Preis
Eine ähnliche Situation wiederholt sich bei Katamaranen. Kroatien verzeichnet die zweithöchste durchschnittliche Buchungsrate (58,30 %), direkt hinter Griechenland (60,24 %). Doch der Preis von 703 Euro pro Person ist erneut der niedrigste unter den analysierten Ländern. In Griechenland ist die Miete 19 % teurer, in der Türkei 16 %, in Italien und Frankreich 24 % und in Spanien sogar 35 %.
Buchungen sinken bereits im fünften Jahr in Folge
Obwohl Kroatien weiterhin viele Wassersportler anzieht, ist die diesjährige Buchungsrate die schlechteste der letzten Jahre. Wie Index.hr berichtet, sinkt sie bereits im fünften Jahr in Folge. Dieser Trend deutet darauf hin, dass selbst niedrige Preise nicht mehr ausreichen, um das frühere Auslastungsniveau zu halten.
Warum erhöht Kroatien die Preise nicht?
Die Analyse von Yacht-Rent weist auf mehrere mögliche Gründe hin. Die große Anzahl von Charterfirmen und Booten erzeugt einen harten Preiswettbewerb; das Angebot hat offenbar die Nachfrage überholt, sodass die Preise gesenkt werden, um die Kapazitäten zu füllen. Gleichzeitig könnte es sich um eine bewusste Strategie handeln, Kroatien als preisgünstige nautische Destination im Vergleich zu Griechenland, Italien, Frankreich, Spanien und der Türkei zu positionieren. Doch der fünfjährige Rückgang der Buchungen zeigt, dass diese Strategie möglicherweise nicht mehr die erwarteten Ergebnisse liefert.