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HŽ Cargo wird von ehemaligem Manager von Vujnovcevs ENNA geführt

Dragan Marčinko, Direktor von HŽ Cargo, arbeitete vor seiner Ernennung zum Chef des staatlichen Betreibers in der ENNA-Gruppe, die einen privaten Konkurrenten mit mehr als einem Fünftel des Marktes kontrolliert.

Foto: Wikipedia (Oleg Butković)
Kurz gesagt
  • Der Direktor von HŽ Cargo, Dragan Marčinko, arbeitete vor seiner Ernennung zum Chef des staatlichen Betreibers in der ENNA-Gruppe von Pavle Vujnovac.
  • ENNA kontrolliert ENNA Transport, einen privaten Konkurrenten von HŽ Cargo mit mehr als 20 Prozent Marktanteil.
  • Nach dem Zusammenstoß bei Sveti Ivan Žabno stellt sich die Frage nach den Kriterien, nach denen der Staat die Geschäftsführung ausgewählt hat und ob er die Interessen seines eigenen Unternehmens geschützt hat.

Der schwere Zusammenstoß zwischen einem Güter- und einem Personenzug bei Sveti Ivan Žabno hat Dragan Marčinko, den Direktor von HŽ Cargo, in den Vordergrund gerückt. Das Unternehmen befindet sich zu 100 Prozent im Besitz der Republik Kroatien, und Marčinko übt diese Funktion seit 2020 aus. Er berichtet direkt an Minister Oleg Butković, den Vertreter des Staates in der Gesellschaftsversammlung.

Von ENNA zum staatlichen Betreiber

Ein Detail aus Marčinkos beruflicher Laufbahn sticht besonders hervor. Bevor er an die Spitze des staatlichen Eisenbahnverkehrsunternehmens trat, arbeitete er in der ENNA-Gruppe, einem Geschäftssystem, das um die Erste Gasgesellschaft von Pavle Vujnovac entstanden ist, und leitete anschließend Petrokemija.

Genau ENNA hält heute in ihrem Portfolio ENNA Transport, einen der größten privaten Konkurrenten von HŽ Cargo. Das Unternehmen hieß früher PPD Transport und wurde vom Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten bereits 2017 als erster kroatischer privater Eisenbahnfrachtbetreiber und Mitglied von Energia Naturalis, also der ENNA-Gruppe, beschrieben.

Konkurrent mit einem Fünftel des Marktes

ENNA Transport kontrolliert heute mehr als 20 Prozent Marktanteil in Kroatien, also mehr als ein Fünftel. Mit anderen Worten: Marčinko war vor seiner Ernennung zum Chef von HŽ Cargo in einer Geschäftsgruppe beschäftigt, die den privaten Konkurrenten des staatlichen Betreibers hervorgebracht hat.

HŽ Cargo betont auf seiner offiziellen Website, dass seine Haupttätigkeit der Gütertransport, einschließlich gefährlicher Stoffe, ist und dass das Ziel darin besteht, diesen Transport "zuverlässig" und "sicher" durchzuführen. Nach dem Zusammenstoß bei Sveti Ivan Žabno wird die Sicherheitsfrage entscheidend: Wenn festgestellt wird, dass der Güterzug ein rotes Signal überfahren hat, muss die Untersuchung klären, warum er nicht angehalten hat und ob technische und organisatorische Mechanismen den Unfall hätten verhindern können.

Unangenehme Personalfrage

Der Wechsel von Managern zwischen konkurrierenden Unternehmen ist für sich genommen kein Beweis für Unregelmäßigkeiten. Diese Tatsache wird jedoch relevant, wenn es um eine Person geht, die den größten staatlichen Eisenbahngüterverkehrsbetreiber leitet. Sollte sich herausstellen, dass es sich nicht nur um einen persönlichen Fehler des Lokführers handelt, sondern auch um ein systemisches Versagen, wird die Verantwortung sicherlich auch auf der Managementebene gesucht.

Für die Regierung von Andrej Plenković und Minister Oleg Butković bleibt die unangenehme Frage: Warum wurde an die Spitze von HŽ Cargo ein Manager gesetzt, der unmittelbar zuvor in dem Geschäftssystem eines privaten Konkurrenten gearbeitet hat? Eine solche Karriere beweist weder eine bevorzugte Behandlung noch einen Interessenkonflikt, aber bei ernsthaften Problemen in HŽ Cargo wirft sie berechtigterweise die Frage auf, nach welchen Kriterien der Staat die Geschäftsführung ausgewählt hat und ob er dabei die Interessen seines eigenen Unternehmens ausreichend geschützt hat.

Häufige Fragen
Wer ist Dragan Marčinko? +
Dragan Marčinko ist der Direktor von HŽ Cargo, des staatlichen Eisenbahngüterverkehrsunternehmens im 100-prozentigen Besitz der Republik Kroatien, das er seit 2020 leitet.
Welche Verbindung hat Marčinko zur ENNA-Gruppe? +
Vor seiner Ernennung zum Chef von HŽ Cargo arbeitete Marčinko in der ENNA-Gruppe, dem Geschäftssystem von Pavle Vujnovac, zu der auch ENNA Transport gehört, ein privater Konkurrent von HŽ Cargo.
Wie hoch ist der Marktanteil von ENNA Transport? +
ENNA Transport hält mehr als 20 Prozent Marktanteil in Kroatien, also mehr als ein Fünftel des Marktes für den Schienengüterverkehr.
Ist Marčinkos Ernennung ein Beweis für einen Interessenkonflikt? +
Für sich genommen ist es kein Beweis für Unregelmäßigkeiten, aber es wirft eine legitime Frage nach den Kriterien der Personalpolitik des Staates und dem Schutz der Interessen seines eigenen Unternehmens auf.

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