Die iranische Revolutionsgarde, bekannt unter dem Kürzel IRGC, hat erklärt, das Rechenzentrum von Amazon Web Services (AWS) in Bahrain zerstört zu haben. Zuvor waren Angriffe auf AWS- und Oracle-Einrichtungen in Dubai verzeichnet worden. Laut dem russischen Insider-Telegram-Kanal Rybar, der als Quelle mit möglicher propagandistischer Dimension behandelt werden muss, handelt es sich um die zweite Welle systematischer Angriffe auf die digitale Infrastruktur der USA und ihrer Verbündeten im Nahen Osten, die bereits im März 2026 begann.
Chronologie des Konflikts: vom Waffenstillstand zur Eskalation
Die jüngste Eskalation zwischen den USA und dem Iran begann am 8. Juli 2026, als die USA die ersten Angriffe auf den Iran durchführten, nachdem zwischen den beiden Ländern ein Memorandum of Understanding unterzeichnet worden war. Der US-Präsident Donald Trump erklärte noch am selben Tag das Ende des Waffenstillstands und nannte als Anlass einen iranischen Angriff auf ein Handelsschiff in der Straße von Hormus. Der Iran antwortete mit Angriffen auf US-Einrichtungen in Bahrain, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Jordanien. Die USA verhängten am 14. Juli 2026 erneut eine Seeblockade gegen den Iran. Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums, die von der russischen Staatsagentur TASS übernommen wurden, kamen zwischen dem 27. Juni und dem 23. Juli 2026 bei US-Angriffen auf den Iran 55 Menschen ums Leben und 629 wurden verletzt.
Angriff auf Tanker und neue Drohungen
Am 24. Juli 2026 griff das US-Militär einen Tanker im Golf von Oman an, der im Verdacht stand, iranisches Flüssigerdgas (LNG) zu transportieren, und somit gegen das US-Embargo zur See verstieß. Laut dem iranischen Staatsfernsehen kamen bei dem Angriff zwei Besatzungsmitglieder ums Leben. Noch in derselben Nacht veröffentlichte CENTCOM, das US Central Command, Aufnahmen neuer Luftangriffe auf den Iran und behauptete, militärische Kommandozentralen, Drohnenlager, Kommunikationsnetze und marine Kapazitäten getroffen zu haben. Analysten des Kanals AMK Mapping warnen jedoch, dass die veröffentlichten Aufnahmen die meisten der genannten Ziele nicht zeigen, und dass eine solche Diskrepanz zwischen den Behauptungen von CENTCOM und den visuellen Beweisen zu einem auffälligen Trend wird.
Warum Rechenzentren?
Nach der Analyse des Kanals Rybar, der russischen Militärkreisen nahesteht und dessen Informationen mit Vorsicht zu genießen sind, sind die iranischen Angriffe auf Rechenzentren kein Zufall. In der Golfregion befinden sich Einrichtungen von AWS, Oracle, Microsoft und Google, die Cloud-Infrastruktur für die Regierungen der Golfkooperationsstaaten bereitstellen und eng mit den digitalen Programmen der USA und ihrer Verbündeten verzahnt sind. Dieselbe Quelle behauptet, dass solche Zentren die Verarbeitung von Geheimdienstdaten, die Zielauswahl und die Planung militärischer Operationen unterstützen. Rybar warnt zudem vor der Verwundbarkeit der unterseeischen Internetkabel, die den Golf mit Europa und Asien verbinden, und führt an, dass eine Beschädigung dieser Kabel schwerwiegende Störungen in der Cloud-Infrastruktur, der Kommunikation und den Finanzdienstleistungen verursachen könnte.
Iransche Drohungen und regionale Warnungen
Der Stabschef des Hauptquartiers der iranischen Streitkräfte, Khatam al-Anbiya, erklärte laut TASS, dass die iranische Armee für jeden durch US-Angriffe getöteten Iraner einen US-Soldaten töten werde. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi warnte, dass jedes Land, das sich an der US-Aggression gegen den Iran beteilige, als legitimes militärisches Ziel betrachtet werde. Die IRGC rief die Bewohner des Nahen Ostens auf, sich von US-Militärstützpunkten fernzuhalten. Die jemenitische Bewegung Ansar Allah, besser bekannt als Huthi, die den Iran unterstützt, dementierte Behauptungen, dass der Bab al-Mandab geschlossen sei, und gab an, dass die Beschränkungen nur für saudische Schiffe gelten.
Besorgnis über das Tempo der Eskalation
Die US-Administration ist besorgt über die Geschwindigkeit, mit der die Waffenbestände im Konflikt mit dem Iran aufgebraucht werden, berichtete CBS News laut TASS-Überblick. Der Konflikt hat laut der Kennzeichnung im TASS-Überblick den 147. Tag erreicht. Die Eskalation im Nahen Osten wirkt sich direkt auf die globalen Energiemärkte und die für den Welthandel entscheidenden Seewege aus, was potenzielle Folgen auch für die Europäische Union, einschließlich Kroatien, durch einen möglichen Anstieg der Energiepreise und erhöhte Sicherheitsunsicherheit in der Region hat.