In Zeiten ständiger Vernetzung und alltäglichen Stresses wird die Frage nach der Lebensqualität immer wichtiger. Die lizenzierte klinische Psychologin Dr. Batya L. Ludman bietet in ihrer Kolumne für die Jerusalem Post vom 2. August 2026 eine Art Leitfaden für einen mentalen Reset. Sie legt den Schwerpunkt auf die Überprüfung der Beziehung zu Technologie, Schlaf, Ernährung und zwischenmenschlichen Beziehungen, mit dem Ziel, nicht unbedingt länger, sondern besser zu leben.
Befreien Sie sich vom Griff des Telefons
Dr. Ludman warnt vor den negativen Auswirkungen von Mobiltelefonen auf die Konzentrationsfähigkeit und die Qualität von Beziehungen. Sie betont, dass die ständige Vernetzung bei vielen Symptome ähnlich einer Aufmerksamkeitsstörung und suchtartigem Verhalten entwickelt hat. "Kontrollieren Sie Ihr Telefon oder kontrolliert es Sie?", fragt sich die Psychologin in ihrem Text für die Jerusalem Post. Als persönliches Beispiel führt sie an, dass sie ihr Telefon meist stumm schaltet, Benachrichtigungen deaktiviert und jede Nacht sieben Stunden den Modus "Nicht stören" einstellt.
Schlaf als Grundlage für gutes Funktionieren
Die Psychologin gibt zu, dass sie selbst endlich akzeptiert hat, dass sie für ein besseres Funktionieren mehr als sechs Stunden Schlaf benötigt. Sie betont, dass Schlaf mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird und verlorene Stunden nicht nachgeholt werden können. Für optimale Erholung empfiehlt sie ein dunkles, ruhiges und kühles Zimmer sowie das Weglegen des Telefons vor dem Schlafengehen. Als Technik zum leichteren Einschlafen schlägt sie eine Mantra vor: "Denk nicht nach, sonst schließt du kein Auge." Außerdem rät sie, vor dem Schlafengehen alles aufzuschreiben, was einen belastet, und sich daran zu erinnern, dass diese Stressoren um drei Uhr morgens nicht relevant sind.
Ernährung, Bewegung und Gesundheitsvorsorge
Was die Ernährungsgewohnheiten betrifft, verrät Dr. Ludman, dass sie die mediterrane Ernährung mit Schwerpunkt auf Fisch praktiziert und späte Mahlzeiten vermeidet, obwohl sie zugibt, selbst ein Schokoladenliebhaber zu sein. Sie betont die Bedeutung sanfter Bewegung für die emotionale und körperliche Gesundheit, insbesondere den Aufenthalt in der Natur. Sie warnt auch vor dem Problem der eingeschränkten Mobilität bei älteren Menschen, was zu Isolation und Einsamkeit führen kann. Was gesundheitliche Beschwerden und Gedächtnisprobleme betrifft, rät sie, eine Liste zur besseren Organisation zu erstellen, aber auch unbedingt mit einem Arzt zu sprechen, wenn ernstere Probleme auftreten.
Beziehungen, Verluste und die Kraft der Einstellung
Im Abschnitt über Beziehungen ruft die Psychologin dazu auf, darüber nachzudenken, was wir in der Kommunikation mit Familie, Freunden und Gemeinschaft ändern möchten. "Das Gefühl, gehört, verstanden, geschätzt und respektiert zu werden, trägt wesentlich zum Glück und zur Lebensqualität bei", schreibt Dr. Ludman. Sie geht besonders auf den Umgang mit Verlusten und die Herausforderungen des Alterns ein und betont die Gelegenheit, Weisheit und Lebenserfahrung mit anderen zu teilen.
Als wichtigste Zutat für ein besseres Leben hebt sie eine Geisteshaltung hervor, die von Dankbarkeit, Optimismus, Neugier und Sinn erfüllt ist. Mit Blick auf die aktuelle Situation in Israel, mit der Bedrohung durch Angriffe und den bevorstehenden Wahlen, schließt Dr. Ludman mit einem Aufruf zur Einheit. "Wenn wir wirklich anderen mit dem Respekt begegnen können, den sie verdienen und den wir uns wünschen, werden wir ein besseres Leben führen, und so ein Licht für andere Nationen sein", sagte sie in ihrer Kolumne.
Dr. Batya L. Ludman ist eine lizenzierte klinische Psychologin mit eigener Praxis in Ra'anana und Co-Autorin des Buches 'The Jewish Journey through Loss: From Death to Healing'. Sie schreibt seit 2000 über Psychologie für die Jerusalem Post.