Sinusbradykardie, ein Zustand, bei dem das Herz eines Erwachsenen in Ruhe langsamer als 60 Schläge pro Minute schlägt, bleibt oft unbemerkt. Obwohl viele diesen verlangsamten Rhythmus ignorieren oder auf Müdigkeit zurückführen, verbergen sich dahinter manchmal Symptome, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und einen medizinischen Eingriff erfordern.
Ein natürlicher Schrittmacher, der zu langsam arbeitet
Der Name des Zustands verrät bereits seinen Kern. "Sinus" bezieht sich auf den Sinusknoten, den natürlichen Schrittmacher des Herzens, der sich im rechten Vorhof befindet und Impulse für jeden Herzschlag erzeugt. "Bradykardie" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "langsames Herz". Das Herz schlägt also langsamer als üblich, aber der Rhythmus wird weiterhin vom richtigen Ursprung angetrieben, was dieses Phänomen in vielen Fällen völlig harmlos macht.
Die meisten Menschen mit dieser Diagnose haben keinerlei Beschwerden und erfahren zufällig, etwa bei einer Routineuntersuchung, von ihrem Zustand. Probleme entstehen, wenn das Herz nicht in der Lage ist, den Körper ausreichend mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen.
Von chronischer Müdigkeit bis zur Ohnmacht
Wenn Symptome auftreten, können sie sehr vielfältig sein. Am häufigsten treten chronische Müdigkeit, allgemeine Schwäche und Energiemangel auf. Betroffene klagen oft über Schwindel oder Benommenheit, besonders beim plötzlichen Aufstehen. Zusätzlich können Kurzatmigkeit, verminderte Belastbarkeit und Brustschmerzen auftreten. In schwereren Fällen, wenn das Gehirn nicht genügend Sauerstoff erhält, kommt es zu Verwirrtheit, Gedächtnisproblemen und sogar Ohnmacht (Synkope) oder dem Gefühl, das Bewusstsein zu verlieren.
Warum verlangsamt sich das Herz?
Die Ursachen werden in physiologische und pathologische unterteilt. Physiologische Bradykardie ist bei Menschen in ausgezeichneter körperlicher Verfassung, wie Sportlern, normal, da ihr Herz effizienter pumpt, sowie während des Tiefschlafs. Im Gegensatz dazu können krankheitsbedingte Ursachen sehr unterschiedlich sein. Ein Schlüsselfaktor ist das Altern, da das elektrische System des Herzens im Laufe der Jahre degeneriert, weshalb der Zustand häufiger bei Menschen über 65 Jahren auftritt.
Verschiedene Herzerkrankungen wie Schäden nach einem Herzinfarkt, Entzündungen des Herzmuskels (Myokarditis) oder angeborene Defekte können die Funktion des Sinusknotens beeinträchtigen. Aber auch nicht direkt mit dem Herzen verbundene Zustände können einen verlangsamten Herzschlag verursachen: verminderte Schilddrüsenfunktion (Hypothyreose), Elektrolytstörungen im Blut, Schlafapnoe und einige Infektionen. Auch der Einfluss von Medikamenten, insbesondere Betablockern, die häufig zu einer verringerten Herzfrequenz führen, sollte nicht unterschätzt werden.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Da die Anzeichen oft kaum wahrnehmbar oder gar nicht vorhanden sind, wird Bradykardie häufig zufällig entdeckt. Das Elektrokardiogramm (EKG) ist das wichtigste Diagnosewerkzeug, da es die elektrischen Signale des Herzens aufzeichnet und feststellt, dass der Rhythmus langsam, aber gleichmäßig ist. Wenn der Patient Symptome hat, muss der Arzt deren Ursache ermitteln. Dazu werden zusätzliche Methoden eingesetzt, wie der 24-Stunden-Holter-Monitor, ein tragbares Gerät zur Überwachung des Herzens während alltäglicher Aktivitäten. Unverzichtbar sind auch Blutuntersuchungen, um die Schilddrüsenfunktion zu überprüfen, den Elektrolytspiegel zu messen und eine Schädigung des Herzmuskels auszuschließen. Gelegentlich wird auch ein Belastungstest (Ergometrie) durchgeführt, um zu sehen, wie das Herz auf körperliche Aktivität reagiert.
Wann ist ein Herzschrittmacher erforderlich?
Die Behandlungsmethode hängt vollständig davon ab, ob die Bradykardie Symptome verursacht. Wenn die Person körperlich aktiv ist und keine Beschwerden hat, ist keine Therapie erforderlich. Bei symptomatischen Patienten besteht der erste Schritt darin, die zugrunde liegende Ursache zu beheben, was eine Anpassung der Medikation, die Behandlung der Schilddrüse oder die Korrektur von Elektrolytstörungen umfassen kann. Zur dauerhaften Lösung einer chronischen und symptomatischen Bradykardie ist der beste Ansatz die Implantation eines Herzschrittmachers. Dieses kleine Gerät wird unter die Haut gesetzt und sendet elektrische Signale an das Herz, um zu verhindern, dass die Herzfrequenz zu stark abfällt. Ein Herzschrittmacher kann über zehn Jahre funktionieren und ermöglicht es den Patienten, zu einem aktiven Leben zurückzukehren, wie Ordinacija.hr berichtet.