Sommergrippe ist kein Mythos: Diese Viren grassieren bis Oktober
Während im Winter Rhinoviren dominieren, treten in den wärmeren Monaten häufiger Enteroviren auf, die auch Magen-Darm-Beschwerden verursachen können.
Während im Winter Rhinoviren dominieren, treten in den wärmeren Monaten häufiger Enteroviren auf, die auch Magen-Darm-Beschwerden verursachen können.
Erkältungen sind nicht nur auf die Wintermonate beschränkt, denn die Viren, die sie auslösen, sind das ganze Jahr über präsent. Außerdem ändert sich im Sommer die Art der Viren, mit denen wir häufiger in Kontakt kommen. Laut einem Bericht von Tportal ist eine Sommererkältung medizinisch gesehen nicht unbedingt schwerwiegender als eine Wintererkältung, auch wenn sie uns oft so vorkommt.
Dr. Adam Rosenbluth, Internist und Autor der Gesundheitsrubrik von AARP, erklärt, dass im Winter Rhinoviren dominieren, während in den wärmeren Monaten häufiger Enteroviren auftreten. Diese können typische Symptome wie Schnupfen, Halsschmerzen, Husten, Kopfschmerzen und verstopfte Nase verursachen, aber bei manchen Menschen auch ausgeprägtere Müdigkeit, leichtes Fieber und Gliederschmerzen mit sich bringen.
Enteroviren sind besonders aktiv von Juni bis Oktober. Neben respiratorischen Symptomen können sie auch den Verdauungstrakt beeinflussen, sodass neben Halsschmerzen, Fieber oder Kopfschmerzen auch Übelkeit, Erbrechen oder Verdauungsstörungen auftreten können. Das amerikanische NIH gibt an, dass Enteroviren jedes Jahr Millionen von Infektionen verursachen, und viele Infizierte keinerlei Symptome zeigen.
Was Menschen manchmal als "Sommergrippe" bezeichnen, ist oft gar keine echte Grippe. Dr. Irene Frantzis von der Columbia University erklärt, dass Grippe im Sommer relativ selten ist und hinter Fieber, Halsschmerzen, Muskelschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden häufiger Enteroviren, Adenoviren, COVID-19 oder andere Infektionen stecken.
Im Juli und August können Symptome wie Schnupfen, Niesen und verstopfte Nase leicht mit denen von saisonalen Allergien verwechselt werden. Der Allergologe Dr. Mark Aronica von der Cleveland Clinic betont, dass Fieber, Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden eher auf eine Infektion als auf eine Allergie hindeuten. Bei Allergien sind Juckreiz sowie rote und tränende Augen typisch, und die Symptome können wochenlang anhalten.
Einer der Gründe liegt genau im Sommer. Laut Rosenbluth neigen wir bei großer Hitze zu Dehydrierung, und selbst ein leichter Flüssigkeitsmangel kann Kopfschmerzen, Müdigkeit und das Gefühl einer verstopften Nase verstärken. Dazu kommt der ständige Wechsel zwischen großer Hitze und stark klimatisierten Räumen. Die Klimaanlage allein verursacht keine Erkältung, da ein Virus nötig ist, aber kalte und trockene Luft kann die Atemwege reizen und bestehende Symptome verschlimmern.
Es gibt auch eine psychologische Komponente: Im Winter sind wir an Erkältungen gewöhnt, aber wenn uns eine Krankheit während des Urlaubs, auf Reisen oder an einem perfekten Strandtag einschränkt, empfinden wir sie als viel größeres Problem.
Bei einer gewöhnlichen viralen Erkältung sind Ruhe und Flüssigkeitszufuhr am wichtigsten. Besonders wichtig ist es, an heißen Tagen ausreichend Wasser zu trinken, da der Körper gleichzeitig durch Schwitzen Flüssigkeit verliert und gegen die Infektion kämpft. Zur Linderung der Symptome können Kochsalzlösung für die Nase, warme Getränke, Honig bei Halsschmerzen und Husten sowie Medikamente gegen Fieber und Schmerzen helfen, wenn nötig.
Die meisten Sommererkältungen verlaufen ohne besondere Behandlung. Wenn jedoch hohes Fieber, Hautausschlag, Atembeschwerden, eine Verschlechterung der Symptome oder eine ungewöhnlich lange Krankheitsdauer auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen.