Mindestens fünf Getreidefrachter sind in der Nähe der russischen Häfen Noworossijsk und Tuapse angegriffen worden, berichtete Bloomberg in einem Bericht vom 19. August 2026. Nach Angaben der ukrainischen Agentur UNIAN wurden vier Schiffe am Dienstag und eines am Montag getroffen. Dies sind die ersten bestätigten Angriffe auf Schiffe, die diese russischen Häfen anlaufen.
Eines der Massengutfrachter fing nach einem Drohnenangriff Feuer und konnte die Fahrt nicht fortsetzen, berichten Quellen. Die Angriffe sind Teil eines breiteren Musters der Eskalation im Schwarzen Meer, das ernsthafte Störungen der globalen Nahrungsmittelversorgung droht.
Lieferungen aus dem Asowschen Meer eingestellt
Seit dem 10. Juli 2026 haben die Angriffe die Lieferungen aus den russischen Häfen am Asowschen Meer, die etwa ein Viertel der russischen Getreideexporte ausmachen, vollständig zum Erliegen gebracht. Letzte Woche haben auch drei Terminals in Noworossijsk ihre Arbeit vorübergehend eingestellt, was den Druck auf die ohnehin angespannten globalen Lieferketten weiter erhöht.
Russland und die Ukraine zusammen machen etwa 27 Prozent der weltweiten Weizenexporte aus, und ein erheblicher Teil der Lieferungen geht über das Schwarze Meer. Beide Länder sind wichtige Getreidelieferanten für die Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas, was bedeutet, dass jede längere Unterbrechung dramatische Folgen für die Ernährungssicherheit in diesen Regionen haben könnte.
Warnung von Analysten: Militärischer Nutzen gering, Verluste enorm
Alexander Gabuev, Direktor des Zentrums "Carnegie Russland, Eurasien", hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, sich für die Wiederherstellung des Seeabkommens zwischen Moskau und Kiew einzusetzen. In einer Erklärung gegenüber Bloomberg warnte er, dass "der militärische Nutzen dieser Angriffe gering ist, während die potenziellen Verluste für eine Reihe von Ländern weltweit enorm sind".
Die Situation wird durch eine schwierige Saison für Weizenproduzenten weiter verschärft: Die Preise für Treibstoff und Düngemittel steigen, und die Ernten sind auch durch Hitze gefährdet. An der Wiederherstellung des Waffenstillstands im Schwarzen Meer sind laut Bloomberg die Länder des Nahen Ostens und Afrikas interessiert, aber auch China, Indien und Europa.
"Der militärische Nutzen dieser Angriffe ist gering, während die potenziellen Verluste für eine Reihe von Ländern weltweit enorm sind", sagte Gabuev.
Für Kroatien, das Teil des europäischen Lebensmittelmarktes ist, könnten sich eventuelle Störungen in der weltweiten Getreideversorgung auf die Preisstabilität grundlegender Nahrungsmittel auswirken, obwohl es derzeit keine direkten Anzeichen für unmittelbare Folgen für den heimischen Markt gibt.