Wenn ein Kind besorgt oder ängstlich ist, versuchen Eltern instinktiv, es so schnell wie möglich zu beruhigen. Doch einige scheinbar harmlose und gut gemeinte Sätze können genau das Gegenteil bewirken und die Angst des Kindes verstärken. Darauf hat die Psychologin Jaimie Bloch hingewiesen, deren Ratschläge von Index.hr übernommen wurden.
Sätze, die unbeabsichtigt schaden
Bloch hat fünf Sätze hervorgehoben, die Eltern häufig verwenden, um ein ängstliches Kind zu beruhigen, die jedoch tatsächlich die Botschaft vermitteln, dass das Kind nicht fühlen sollte, was es fühlt:
- "Mach dir keine Sorgen."
- "Du brauchst keine Angst zu haben."
- "Du bist okay."
- "Hör auf, dich so anzustellen."
- "Beruhig dich einfach."
Anstatt die Angst oder Sorge zu verringern, rät die Psychologin den Eltern, die Gefühle des Kindes anzuerkennen und ihm zu zeigen, dass sie an seiner Seite sind, bis die Angst vorübergeht. Dabei betont sie, dass eine ruhige und unterstützende Präsenz mehr wert ist als das Finden des perfekten Satzes.
"Einige der häufigsten Dinge, die wir zu ängstlichen Kindern sagen, sind genau die, die am wahrscheinlichsten den gegenteiligen Effekt haben. Die Veränderung nur weniger Sätze, das Benennen von Gefühlen anstatt sie abzutun und Unterstützung anzubieten anstatt Lösungen anzubieten, verändert, was das Gehirn des Kindes tatsächlich hört", schloss Bloch.
Wie man das Kind dazu ermutigt, sich zu öffnen
Narodno.hr bringt Ratschläge von Experten, wie Eltern offene Gespräche mit ihren Kindern fördern können. Das Problem liegt nämlich nicht bei den Kindern, sondern in der Art, wie wir sie ansprechen. "Wie war es in der Schule?" ist eine der häufigsten Fragen, und die Antwort ist fast immer dieselbe, "Gut."
Psychologen erklären, dass geschlossene Fragen, die mit "Ja", "Nein" oder einem einzelnen Wort beantwortet werden können, selten zu echten Gesprächen führen. Stattdessen empfehlen sie offene Fragen wie: "Was war heute am interessantesten für dich?", "Hat dich etwas zum Lachen gebracht?" oder "Was würdest du heute ändern, wenn du könntest?". Solche Fragen geben Kindern die Gelegenheit, ihre Emotionen und Erlebnisse detaillierter zu teilen.
Der richtige Zeitpunkt und aufmerksames Zuhören
Ebenso wichtig ist es, den richtigen Zeitpunkt für das Gespräch zu wählen. Nach dem Unterricht werden viele Kinder nicht sofort über ihren Tag sprechen, aber während der Autofahrt, beim Spazierengehen oder vor dem Schlafengehen sind sie oft offener für Gespräche. Kinder sprechen in der Regel, wenn sie keinen Druck verspüren, antworten zu müssen.
Eltern wird empfohlen, das Kind nicht zu unterbrechen, sobald es mit einer Geschichte beginnt. Das Anbieten von Ratschlägen oder das Suchen nach schnellen Lösungen kann suggerieren, dass der Elternteil nicht aufmerksam genug zuhört. Manchmal braucht das Kind nur jemanden, der zuhört und Empathie zeigt, bevor es eine Antwort oder einen Vorschlag anbietet.
Experten weisen darauf hin, dass nicht jeder Rückzug ein Grund zur Sorge ist. Wenn das Kind jedoch über einen längeren Zeitraum Gespräche vermeidet, traurig wirkt, plötzlich sein Verhalten ändert oder das Interesse an früher geliebten Aktivitäten verliert, sollten Eltern erhöhte Vorsicht walten lassen und gegebenenfalls professionelle Unterstützung suchen.
Die Vertrauensbeziehung zwischen Eltern und Kind entsteht nicht durch ein einziges großes Gespräch, sondern durch alltägliche kleine Momente. Ein paar Minuten aufrichtiger Aufmerksamkeit, ohne Handy und andere Ablenkungen, sind oft wertvoller als lange Gespräche, die erst stattfinden, wenn ein Problem auftritt.