Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) hat die Mindestschwelle für den Erfolg ihres öffentlichen Übernahmeangebots für die Addiko Bank erreicht, indem sie Annahmen von Aktionären erhielt, die 55,58 % der für die Berechnung dieser Schwelle relevanten Aktien repräsentieren, berichtet Poslovni dnevnik. In absoluten Zahlen handelt es sich um insgesamt 10.720.331 Aktien der Addiko Bank, davon 1.878.167 Aktien der ALTA Group als einem der Aktionäre, die das Angebot angenommen haben.
Rücknahmefrist ohne Widerruf abgelaufen
Der entscheidende Termin für die Bestätigung der Schwelle war der 23. Juli 2026 um 17:00 Uhr, als die gesetzliche Frist für den Rückzug zuvor hinterlegter Aktien endete. Die RBI bestätigte, dass bis zu diesem Zeitpunkt kein Antrag auf Rücknahme der Annahme eingegangen war, was bedeutet, dass die von der Bank selbst festgelegte Mindestbedingung von 55 % für den Erfolg des Angebots formal erfüllt ist. Dieses Detail ist wichtig, da ein Rückzug der Annahme bis zu diesem Termin das Angebot unter die festgelegte Schwelle hätte drücken können.
Abschluss des Angebots und Veröffentlichung der endgültigen Ergebnisse
Die Annahmefrist des Angebots läuft noch und endet am 29. Juli 2026 um 17:00 Uhr. Nach diesem Datum wird die Veröffentlichung der endgültigen Ergebnisse des öffentlichen Angebots erwartet, die einen höheren endgültigen Anteil als die derzeitigen 55,58 % zeigen könnten, falls weitere Aktionäre in den verbleibenden Tagen beitreten. Die aktuellen Ergebnisse bedeuten, dass die RBI die kritische Grenze überschritten hat, aber das endgültige Bild wird erst Anfang der folgenden Woche klar sein.
Warum ist Addiko für RBI und NLB so interessant?
Für die RBI stellt die Übernahme der Addiko Bank eine strategische Chance dar, in den slowenischen Markt zurückzukehren, von dem sie ihr Geschäft nach der Schließung ihres Sitzes in Maribor abgezogen hatte. Die Addiko Bank, die in mehreren Ländern der Region tätig ist, wäre ein Weg zur Wiederherstellung der Präsenz in Slowenien. Auf der anderen Seite konkurriert die NLB, eine slowenisch-regionale Bank, mit eigenen strategischen Zielen um dieselbe Übernahme, und Addiko würde ihr den Eintritt in den kroatischen Bankenmarkt ermöglichen, den einzigen Markt in der Region, in dem die NLB derzeit keine einzige Filiale betreibt.
NLB und die kroatische Banklizenz: Hintergrund des Kampfes
Inoffiziellen Informationen des Medienhauses Večer aus Maribor zufolge, die von Poslovni dnevnik übernommen wurden, hat die NLB in den letzten fünf Jahren informell versucht, direkt von der Kroatischen Nationalbank (HNB), der Regulierungsbehörde, die solche Lizenzen in Kroatien vergibt, eine Banklizenz zu erhalten. Diese Bemühungen stießen jedoch angeblich nicht auf Unterstützung der kroatischen Regierung unter der Führung der HDZ-Partei und Ministerpräsident Andrej Plenković. Genau aufgrund dieses blockierten Weges wird die Übernahme der Addiko Bank für die NLB zur einzigen realistischen Option für den Markteintritt in Kroatien, was die Intensität des Wettbewerbs zwischen den beiden Banken erklärt. Wichtig anzumerken ist, dass diese Informationen inoffiziell sind und aus einer einzigen Medienquelle stammen.
Was erwartet Aktionäre und den Markt als Nächstes?
Für die verbleibenden Aktionäre der Addiko Bank, die das Angebot noch nicht angenommen haben, endet die Entscheidungsfrist am 29. Juli. Nach der Veröffentlichung der endgültigen Ergebnisse wird klar sein, welchen Aktienanteil die RBI übernimmt und ob die Transaktion groß genug sein wird, damit die RBI die Kontrolle über die Bank erlangt. Sollte die RBI die Übernahme erfolgreich abschließen, würde sich die Eigentümerstruktur von Addiko ändern, und der Ausgang des Kampfes um den slowenischen und regionalen Bankenmarkt wäre zugunsten der österreichischen Bank entschieden. Die Entwicklung der Situation wird von Regulierungsbehörden und Investoren in der gesamten Region aufmerksam verfolgt, angesichts der strategischen Bedeutung der Transaktion für die Bankenkonsolidierung in Südosteuropa.