Rupnica bei Voćin: Kroatiens 80 Millionen Jahre alter Vulkan
Rupnica, unweit von Voćin, ist das erste geologische Naturdenkmal Kroatiens und bewahrt einzigartige Vulkansäulen aus Albit-Rhyolith, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt.
Rupnica, unweit von Voćin, ist das erste geologische Naturdenkmal Kroatiens und bewahrt einzigartige Vulkansäulen aus Albit-Rhyolith, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt.
Fast 80 Millionen Jahre sind vergangen, seit Magma durch das Gebiet des heutigen Papuk drang, und ihre Spuren stehen noch immer, perfekt regelmäßig, als hätte sie jemand gemeißelt. Rupnica, ein Ort in der Gespanschaft Virovitica-Podravina unweit von Voćin, bewahrt genau diese vulkanische Vergangenheit, die Geologen aus aller Welt vor den Steinsäulen innehalten lässt, die aus einem Gestein geformt sind, das fast nirgendwo sonst eine solche Form annimmt.
Der Anblick, der Besucher nur wenige Schritte von der Straße entfernt erwartet, ähnelt keineswegs einem gewöhnlichen Steinfeld, aus dem Boden ragen ordentliche vierseitige, fünfeckige und sechseckige Säulen, die wie ein riesiges Steinpuzzle oder eine Bienenwabe angeordnet sind. Keine menschliche Hand hat sie geformt, obwohl man kaum glauben mag, dass es sich um ein reines Naturspiel handelt. Saures Magma, das sich vor etwa 80 Millionen Jahren durch dieses Gebiet bewegte, trat an die Oberfläche oder blieb knapp darunter stehen und kühlte dann langsam ab, ein Prozess, der dem Aufreißen von getrocknetem Schlamm ähnelt.
Als die Lava abkühlte, verringerte sich das Volumen des Gesteins, und Risse breiteten sich durch die Masse aus, wodurch nahezu perfekte geometrische Formen entstanden. Genau dieser Mechanismus, erklären Geologen, brachte die Säulen hervor, die heute Rupnica zieren und an bekanntere weltweite Stätten erinnern, den Giant's Causeway in Nordirland, vulkanische Gebiete in Tschechien und Neuseeland oder bestimmte Orte in den Vereinigten Staaten.
Doch der Vergleich mit irischen oder amerikanischen Säulen endet hier, und zwar wegen eines entscheidenden Details. Während diese überwiegend basaltsch sind, ist Rupnica aus Albit-Rhyolith geformt, einer Art vulkanischen Gesteins, das äußerst selten eine solche Form annimmt. Deshalb ist der kroatische Ort nicht nur eine weitere geologische Besonderheit, sondern ein Phänomen, das weltweit seinesgleichen sucht. Genau diese Besonderheit hebt Rupnica aus der globalen Gemeinschaft ähnlicher Formationen hervor und macht sie zu einer der kostbarsten Naturschätze Ostkroatiens.
Der Wert des Ortes wurde bereits 1948 anerkannt, als Rupnica zum ersten geologischen Naturdenkmal Kroatiens erklärt wurde, Jahrzehnte bevor viel bekanntere Orte ähnlichen Schutz erhielten. Heute ist sie Teil des Naturparks Papuk, der gerade dank seines außergewöhnlichen geologischen Erbes den prestigeträchtigen Status eines UNESCO Global Geoparks trägt. Während die meisten Besucher Papuk mit dichten Wäldern, Wanderwegen und Überresten des Pannonischen Meeres verbinden, offenbart Rupnica eine ganz andere Geschichte, die von alten Vulkanen, die die slawonische Landschaft formten, wie wir sie heute kennen.
Das gesamte Geogelände erstreckt sich über etwa 200 Meter, wobei sich die markantesten Säulen über ungefähr hundert Meter erstrecken, während sich in den übrigen Teilen vulkanische Gesteine ohne so regelmäßig entwickelte Formationen befinden. Ähnliche geologische Strukturen sind auch in der Nähe zu sehen, im Bach Jovanovica und im Bett des Baches Djedovica, aber nirgendwo sind sie so eindrucksvoll wie in Rupnica selbst. Um Besuchern die faszinierende Entstehungsgeschichte dieses Phänomens näherzubringen, wurden 2004 Interpretationsinhalte eingerichtet und ein mehrere hundert Meter langer Lehrpfad angelegt.
Wer ihn entlanggeht, kann lernen, wie die Vulkansäulen entstanden sind, welche Faktoren das heutige Erscheinungsbild des Papuk geprägt haben und warum Rupnica zu den bedeutendsten geologischen Phänomenen Kroatiens zählt. Trotz seiner wissenschaftlichen Bedeutung bleibt dieser Ort weit weniger bekannt als ähnliche in der Welt, und genau das macht ihn zu einem der größten verborgenen Naturschätze Ostkroatiens, einem Ort, an dem man die vulkanische Vergangenheit buchstäblich berühren kann.