SpaceX hat am Freitag, dem 24. Juli 2026, erfolgreich die ersten 20 Satelliten der dritten Generation des Starlink-Netzwerks mit der Starship-V3-Rakete platziert, doch die Mission brachte gleichzeitig einen neuen Misserfolg: Der Super-Heavy-Booster, die wiederkehrende Stufe der Rakete, explodierte bei dem Versuch einer simulierten Landung im Golf von Mexiko. Es handelte sich um den 13. Testflug der Mega-Rakete Starship insgesamt, so ein Bericht von TechCrunch.
Zweiter Booster-Ausfall bei Starship V3
Dies ist nicht das erste Mal, dass SpaceX Probleme mit dem Super-Heavy-Booster dieser Raketenvariante verzeichnet. Im Mai 2026, beim ersten Flug der Starship V3, versagte der Booster bei der Trennung von der oberen Stufe der Rakete, und die obere Stufe verlor damals ein Triebwerk. Diesmal kam der Booster im geplanten Flug weiter, konnte aber nicht alle für die kontrollierte simulierte Landung erforderlichen Triebwerke aktivieren. Die Folge war ein schnellerer Aufprall auf die Wasseroberfläche als geplant und eine daraus resultierende Explosion.
Dem Start war ein fehlgeschlagener Versuch etwa eine Woche zuvor vorausgegangen, als der 13. Flug der Starship sofort nach dem Zünden der Triebwerke aufgrund von Defekten an mehreren von ihnen abgebrochen werden musste. SpaceX hatte vor dem Freitagsflug sechs Triebwerke ausgetauscht, um dieses Problem zu beheben, so dieselbe Quelle.
Obere Stufe und Satelliten ohne Probleme
Im Gegensatz zum Booster durchlief die obere Stufe der Starship-Rakete dieses Mal ohne dokumentierte Probleme. Beim ersten V3-Flug im Mai verlor die obere Stufe ein Triebwerk, aber das wiederholte sich bei der Freitagsmission nicht. SpaceX bestätigte den Erfolg auf seinem X-Profil: "Einsatz von 20 Starlink-V3-Satelliten abgeschlossen. Der heutige Test wird entscheidende Daten liefern, während wir uns darauf vorbereiten, unsere Starlink-Konstellation zu erweitern."
Allerdings ist es wichtig zu erwähnen, dass Starship noch nicht in der Lage ist, die Erdumlaufbahn zu erreichen. Laut TechCrunch sollten die neuen Satelliten etwa 20 Minuten nach dem Einsatz in der Atmosphäre verglühen. Dieser Start hat daher in erster Linie Testcharakter, und die gesammelten Daten werden für die weitere Entwicklung des Systems genutzt.
Auswirkungen auf die Aktie nach dem Börsengang
Der Freitagsstart war der erste seit dem Börsengang von SpaceX im Juni 2026, den TechCrunch als den größten IPO der Geschichte beschreibt. Die Aktie fiel von ihrem Höchststand von über 200 Dollar pro Aktie auf 115 Dollar bei Handelsschluss am Freitag. Nach der Bekanntgabe des Booster-Ausfalls fiel die Aktie im nachbörslichen Handel um weitere 2 Prozent, bevor sie den Verlust teilweise wieder wettmachte.
Der Aktienrückgang ist kein isoliertes Ereignis, sondern Teil eines breiteren Abwärtstrends seit dem Börsengang. Bereits eine Woche zuvor, nachdem der Startversuch abgebrochen werden musste, verzeichneten die Aktien ebenfalls einen Rückgang. SpaceX ist bekannt für seinen Entwicklungsansatz, den TechCrunch mit der Formel "fly, fail, fix" beschreibt, also "fliegen, scheitern, reparieren", was die Akzeptanz von Fehlschlägen als integralen Bestandteil des Ingenieursprozesses bedeutet. Doch die Investoren scheinen nicht immer geduldig auf jeden neuen Ausfall zu reagieren.
Was als nächstes für Starship und Starlink ansteht
Trotz wiederholter Probleme mit dem Booster entwickelt SpaceX beschleunigt die Starship V3 als Plattform für den zukünftigen kommerziellen Transport von Satelliten, Fracht und möglicherweise Besatzung weiter. Die Starlink-Konstellation, die bereits Tausende von Satelliten der ersten und zweiten Generation umfasst, ist entscheidend für die Einnahmen des Unternehmens und die Finanzierung weiterer Weltraumambitionen. Die Satelliten der dritten Generation sollen eine deutlich verbesserte Netzwerkleistung bringen, doch dazu muss Starship zunächst die Fähigkeit erreichen, Satelliten in eine stabile Umlaufbahn zu bringen, was noch nicht erreicht ist.