Die SpaceX-Rakete Starship hat am Freitag, dem 24. Juli 2026, ihren 13. Testflug erfolgreich durchgeführt. Sie startete um etwa 18:51 Uhr Eastern Time (US) von der Starbase in Texas. Die Mission dauerte etwa eine Stunde und endete mit einer bestätigten Landung im Indischen Ozean. Das Hauptziel, der Einsatz der ersten 20 Starlink V3 Satelliten, wurde etwa zwanzig Minuten nach dem Start erreicht.
Rakete so hoch wie ein 40-stöckiges Gebäude
Das Starship-System besteht aus zwei Teilen: der ersten Stufe namens Super Heavy und der oberen Stufe namens Starship. Die gesamte Rakete ist 122 Meter hoch, was sie zur größten je gebauten Rakete macht. Zehn Minuten nach dem Start trennte sich der Super Heavy Booster und kehrte zur Erde zurück, landete jedoch mit einem stärkeren Aufprall als erwartet im Golf von Mexiko. SpaceX gab an, dass der Booster mehr Triebwerke zündete als beim fehlgeschlagenen Rückflug im Mai, was als Fortschritt in der Systementwicklung gewertet wird.
Erster Einsatz von Starlink V3 Satelliten von einem Starship
Zwanzig Minuten nach dem Start begann Starship in einer Höhe von etwa 190 Kilometern über der Erde, die 20 Starlink V3 Satelliten nacheinander über ein System auszusetzen, das SpaceX als einen Mechanismus ähnlich wie "Pez"-Bonbons beschreibt. Starlink V3 ist eine neue Satellitengeneration mit größerer Datenübertragungskapazität im Vergleich zu früheren Versionen. Laut einem Tweet des SpaceX-Ingenieurs Michael Nicolls auf der Plattform X haben alle Satelliten über Funk- und Laserlinks kommuniziert und wichtige Telemetriedaten übermittelt (im Original: "we've successfully communicated with all sats using RF and laser links and been able to download key telemetry").
SpaceX bestätigte auf seinem offiziellen X-Account: "Deployment of 20 Starlink V3 satellites complete. Today's test will provide critical data as we prepare to expand our Starlink constellation." Diese Satelliten werden nicht in der Umlaufbahn bleiben, sondern der suborbitalen Flugbahn des Starship folgen und beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen. Sechs der zwanzig Satelliten sind mit Reflektoren und Kameras ausgestattet, die den Hitzeschild der Rakete während des Wiedereintritts filmen und SpaceX wertvolle Daten über die Materialbeständigkeit liefern.
Starship simulierte zukünftige Rückkehr zur Startrampe
Laut einer Veröffentlichung von SpaceX auf X führte Starship während der Mission ein sogenanntes Banking-Manöver (Seitenwendung) durch, das den endgültigen Anflug simuliert, den die Rakete bei der Rückkehr zur Starbase zum Einfangen mit mechanischen "Fangarmen" in zukünftigen Missionen nutzen würde. Dieses Manöver ist Teil des langfristigen Ziels der vollständigen Wiederverwendbarkeit der Rakete, was für die wirtschaftliche Rentabilität des Programms entscheidend ist. Ingenieure von SpaceX am Firmensitz in Hawthorne, Kalifornien, verfolgten die Mission live, und laut einem Bericht von Channel News Asia waren bei bestimmten Meilensteinen laute Rufe und Jubel zu hören.
Ziel: Tausende Satelliten und Flug zum Mond
Dies ist der 13. Testflug des Starship seit 2023, und jeder Flug liefert neue Daten und Einblicke in die Zuverlässigkeit des Systems. SpaceX plant, bis Ende 2026 mit Routine-Starts zu beginnen, bei denen Tausende von Starlink V3 Satelliten die Konstellation erweitern sollen, die derzeit etwa 10.000 Satelliten im Orbit umfasst. Anders als das bestehende Netzwerk, das spezielle Starlink-Antennen erfordert, soll die neue Satellitengeneration eine direkte Verbindung mit Mobilgeräten wie Smartphones ermöglichen. Darüber hinaus ist Starship entscheidend für das Artemis-Programm der NASA, das die Rückkehr von Astronauten zum Mond vorsieht, sowie für SpaceX' Pläne, Satelliten zur Verarbeitung von KI-Daten in die Umlaufbahn zu bringen. Der Start war ursprünglich für den 16. Juli geplant, wurde aber in letzter Minute abgesagt.