Die Umweltkatastrophe in Gospić, verursacht durch die illegale Entsorgung von Sondermüll, hat Wut und tiefe Besorgnis in der lokalen Bevölkerung ausgelöst. Während sich die Behörden dem Druck der Opposition und der Öffentlichkeit gegenübersehen, spüren die Bürger der Region Lika bereits am eigenen Leib die Folgen der Verschmutzung, die ihre Gesundheit und Existenz bedroht.
Alltag mit Flaschenwasser und wachsender Zorn
Eine Einwohnerin der Lika, deren Daten der Redaktion von Dnevno.hr bekannt sind, sprach offen über die schwierige Lage vor Ort. "Die Lage in Gospić ist schlecht. Die meisten von uns, mich eingeschlossen, kaufen seit längerer Zeit Wasser. Ganz zu schweigen davon, dass auch die Wasserrechnungen gestiegen sind, und ein Teil der Umgebung von Gospić hat nicht einmal Leitungswasser", erzählte sie.
Ihren Worten zufolge wächst unter den Bürgern die Verbitterung und das Misstrauen gegenüber den Institutionen. "Sogar unter den Gospićern kursieren Beiträge, die zum Boykott der Wasserrechnungen aufrufen. Die Leute haben die Nase voll", sagte sie. Die Gesprächspartnerin erinnerte auch an die verdächtigen Umstände, die der Entdeckung der Deponie vorausgingen, und erklärte, dass die Arbeiter vor Ort angeblich den Kontakt mit der lokalen Bevölkerung mieden und keine großen Lastwagen durch die Stadt fahren gesehen wurden, was darauf hindeutet, dass alles während der Lockdowns der Gespanschaften in der Pandemie erledigt wurde.
Angst um die Zukunft und Anschuldigungen gegen das System
Die größte Sorge der Bevölkerung gilt den langfristigen Folgen. "Worüber ich in den letzten Tagen am meisten nachdenke: Wenn der Müll nicht schnell saniert wird, wie wird unser Boden für das Pflanzenwachstum sein und das Wasser, mit dem wir duschen und den Garten gießen?!", fragte die Likanerin. Ihre Frustration richtet sich auch gegen die Verantwortlichen, von denen sie glaubt, dass sie von den illegalen Aktivitäten wussten. "Ich glaube, dass alle Mächtigen in der Kette vom Bürgermeister über den Gespanschaftsleiter bis zum Ministerium wussten, was in Gospić passiert, aber geschwiegen haben, weil ihnen Profit wichtiger ist als Moral."
Besonders emotional hob sie die historische Last hervor, die diese Region trägt: "Der Krieg war für uns in Gospić mehr als genug, und wir spüren die Folgen bis heute, und jetzt noch das. Dieser Materialismus und das schmutzige Geld werden die Kroaten zerstören, die Lika hat sich leider als erste im Visier befunden...", schloss sie gegenüber Dnevno.hr.
Politischer Druck und vier Sanierungsszenarien
Zur Erinnerung: Die Ermittlungen des Amtes zur Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität (USKOK) haben die Verschmutzung auf der illegalen Deponie in Gospić bestätigt, wo im Wasser flussabwärts erhöhte Konzentrationen schädlicher Substanzen, einschließlich der sogenannten "Ewigkeitschemikalien" (PFAS-Verbindungen), gefunden wurden. Die USKOK beschuldigt das Ehepaar Josip und Monika Šincek sowie ihre Mitbeschuldigten, die illegale Entsorgung von etwa 35.000 Tonnen Sondermüll an Standorten bei Varaždin, Gospić und Benkovac organisiert zu haben. Schätzungen zufolge haben sie damit etwa 4 Millionen Euro verdient.
Der Fall hat Oppositionspolitiker unterschiedlicher Weltanschauungen vereint. Marija Selak Raspudić, Sandra Benčić, Zvonimir Troskot und Darko Milinović haben die Regierung mehrfach kritisiert und sofortiges Handeln gefordert. Da erste Schätzungen darauf hindeuten, dass die Sanierung sogar 120 Millionen Euro kosten könnte, wird die Frage der Lösung entscheidend.
Von der Übergangslösung bis zu Millionenausgaben
Der stellvertretende Direktor des Fonds für Umweltschutz und Energieeffizienz (FZOEU), Mirko Budiša, stellte für den HRT vier mögliche Wege zur Sanierung des vergrabenen Mülls vor. Die erste, billigste und vorübergehende Option ist die Einkapselung, also das Abdecken des Mülls mit einer wasserundurchlässigen Schicht, um eine weitere Verschmutzung des Grundwassers zu verhindern. "Das würde zwei bis drei Millionen Euro kosten", sagte Budiša.
Die zweite Option beinhaltet das vollständige Ausgraben und den Abtransport zu einer Sondermülldeponie im Ausland, da Kroatien keine eigene hat. "Letzte Woche haben wir an etwa zehn Adressen solcher Deponien in der Europäischen Union Anfragen geschickt. Das würde 20 bis 25 Millionen Euro kosten", erklärte er. Die dritte Möglichkeit ist das Ausgraben und der Abtransport in eine Verbrennungsanlage, was zwischen 100 und 125 Millionen Euro kosten würde. Als vierte Lösung wird die Verfestigung oder Stabilisierung in Betracht gezogen, ein Prozess, bei dem der Abfall durch physikalisch-chemische Methoden von gefährlich zu ungefährlich umgewandelt und auf einer inländischen Deponie entsorgt würde. "Das würde 10 bis 15 Millionen Euro kosten", fügte Budiša hinzu.