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Tanker mit 110.000 Tonnen Öl droht Paradies vor Oman zu zerstören

Der Ölteppich des havarierten Schiffs 'Caroline Bezengi' hat sich innerhalb weniger Tage vervierfacht und bedeckt nun eine Fläche doppelt so groß wie München, was Korallenriffe und Meeresschildkröten bedroht.

Foto: Wikipedia (Tanker)
Kurz gesagt
  • Der Tanker 'Caroline Bezengi' mit 110.000 Tonnen Öl ist vor Oman auf Grund gelaufen, der Ölteppich hat sich auf die doppelte Fläche Münchens vervierfacht.
  • Die Umweltkatastrophe bedroht das geschützte Meeresgebiet, Lebensraum für Korallen, Meeresschildkröten, Delfine und seltene Wale.
  • Das Schiff wird mit der russischen 'Schattenflotte' in Verbindung gebracht, das Eigentum führt zu einer chinesischen Firma, was die Suche nach den Verantwortlichen für die Sanierung erschwert.
  • Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation der UN wurde aufgefordert, dringend zu handeln, während Oman keinen konkreten Plan zur Ölbeseitigung veröffentlicht hat.

Eine Umweltkatastrophe droht vor der Küste Omans, nachdem der Tanker "Caroline Bezengi", der vermutlich 110.000 Tonnen Rohöl transportiert, in den Gewässern des Sultanats auf Grund gelaufen ist. Das Schiff, das mit der russischen "Schattenflotte" in Verbindung gebracht wird, ist zu einer tickenden Umweltbombe geworden, deren Inhalt nun unkontrolliert ins Meer austritt und sich der Ölteppich dramatisch in Richtung des staatlich geschützten Meeresgebiets ausbreitet.

Nach Satellitenbildern, die von der Organisation Greenpeace analysiert wurden, hat sich der Ölteppich in den letzten Tagen vervierfacht. Seine derzeitige Größe wird auf die doppelte Fläche der Stadt München geschätzt. Der Vorfall mit dem Schiff ereignete sich Anfang Juni 2026, danach wurden keine Daten zu seinem Standort mehr öffentlich gemacht.

Bedrohung für einzigartiges Ökosystem

Die größte Sorge bereitet die Tatsache, dass sich der Teppich in Richtung des geschützten Meeresgebiets im südlichen Teil des Sultanats ausbreitet, das Heimat artenreicher Korallenriffe und seltener Tierarten ist. "Gerade die unbewohnten Inseln sind Heimat für Meeresschildkröten, die die Strände zum Eierlegen nutzen", sagte Nina Noelle, Expertin für internationale Krisenintervention bei Greenpeace, gegenüber der ARD. Sie fügte hinzu, dass sich in den umliegenden Gewässern auch Delfine und eine seltene Art des Buckelwals befänden, und betonte, dass all dies nun akut gefährdet sei.

Noelle warnte auch vor potenziell katastrophalen Folgen für die lokale Bevölkerung. "Denn hier kann es wirklich passieren, dass Oman und seine Bevölkerung am Ende mit den Folgen und dieser dramatischen Verschmutzung dastehen", sagte Noelle.

Eigentümer-Rätsel und Appell an die UN

Die Suche nach den Verantwortlichen für die Sanierung wird durch die komplizierte Eigentümerstruktur des Schiffs zusätzlich erschwert. Das Geodatenunternehmen Synmax, das die Satellitenbilder analysiert hat, teilte mit, dass der Tanker, der unter EU-Sanktionen steht, wahrscheinlich in einem russischen Hafen Öl geladen hatte und auf dem Weg nach Indien war. Berichte deuten jedoch darauf hin, dass das Schiff einer Firma in China gehört, doch die Spur verliert sich, wie bei vielen anderen Schiffen der "Schattenflotte", bei einer Scheinfirma.

Badaoui Rouhban, Ingenieur und ehemaliger langjähriger Mitarbeiter der Vereinten Nationen, appellierte an die internationale Gemeinschaft, Verantwortung zu übernehmen, und betonte, dass Oman dieses Problem nicht allein lösen könne. Im Gespräch mit dem arabischen Fernsehsender Al Arabiya war Rouhban deutlich: "Wenn die Vereinten Nationen untätig bleiben, ist das einfach nicht akzeptabel. Es gibt die Internationale Seeschifffahrtsorganisation, die Schifffahrtsagentur der Vereinten Nationen. Der Exekutivrat dieser Organisation muss handeln und seine Verantwortung übernehmen."

Fehlen eines konkreten Plans

Obwohl das omanische Verkehrsministerium mitteilte, dass technische Teams den Vorfall überwachen und Sofortmaßnahmen ergreifen, um die Risiken für die Meeresumwelt so gering wie möglich zu halten, wurden keine konkreten Details darüber veröffentlicht, wie das Problem gelöst werden soll. Die Behörden haben die Eigner des Schiffs bereits erfolglos aufgefordert, den Tanker und seine Ladung aus omanischen Gewässern zu entfernen.

Umweltaktivisten warnen, dass jetzt schnelles Handeln entscheidend sei, etwa das Umpumpen des Öls auf einen anderen Tanker, um eine gewaltige Umweltkatastrophe mit unabsehbaren Folgen für die Umwelt zu verhindern.

Häufige Fragen
Wie viel Öl ist aus dem Tanker 'Caroline Bezengi' ausgelaufen? +
Der Tanker transportierte 110.000 Tonnen Rohöl, der Ölteppich hat sich vervierfacht und bedeckt nun eine Fläche doppelt so groß wie München.
Warum ist es schwierig, die Verantwortlichen für diese Umweltkatastrophe zu finden? +
Der Tanker wird mit der russischen 'Schattenflotte' in Verbindung gebracht, das Eigentum führt zu einer Firma in China, deren Spur sich bei einer Scheinfirma verliert, was die Feststellung der Verantwortlichkeit erschwert.
Welche Tiere sind durch den Ölteppich vor Oman am stärksten gefährdet? +
Der Ölteppich bedroht Korallenriffe, Meeresschildkröten, die auf den unbewohnten Inseln ihre Eier ablegen, Delfine und eine seltene Art des Buckelwals.
Was unternehmen die Behörden Omans und die internationale Gemeinschaft? +
Omanische technische Teams überwachen den Vorfall, aber ein konkreter Sanierungsplan wurde nicht veröffentlicht. Ein ehemaliger UN-Beamter hat die Internationale Seeschifffahrtsorganisation aufgefordert, dringend Verantwortung zu übernehmen.

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