Die geschätzten Kosten der ersten Phase der Sanierung illegal entsorgten Abfalls im Bereich des ehemaligen PPK Velebit in Gospić sind auf 4,72 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer gestiegen, teilte das Ministerium für Umweltschutz und grüne Transition mit. Dies entspricht mehr als einer Verdopplung gegenüber der ursprünglichen Schätzung von 2,1 Millionen Euro, die der Fonds für Umweltschutz und Energieeffizienz bei der Ausschreibung des ersten Wettbewerbs im Februar 2026 angegeben hatte.
Auf diese erste Aufforderung zur Angebotsabgabe meldete sich niemand, was den Fonds dazu veranlasste, im Juli 2026 zusätzliche Gespräche mit potenziellen Auftragnehmern zu führen. Nach diesen Konsultationen wurde der Wert der Arbeiten drastisch nach oben korrigiert. Neben der finanziellen Situation wurde auch der Zeitrahmen geändert: Der künftige Auftragnehmer wird 12 Monate für die Beseitigung des losen Abfalls vom Standort und weitere 12 Monate für dessen endgültige Verwertung und Entsorgung haben. Zur Erinnerung: Der ursprüngliche Plan sah vor, dass die gesamte Phase in nur sechs Monaten abgeschlossen sein sollte.
Zusätzliche Ausschreibung für 650 Tonnen Abfall in Säcken
Parallel zum Hauptverfahren hat der Fonds eine separate Beschaffung gestartet, deren Ziel die Beseitigung von etwa 650 Tonnen nicht gefährlichen Abfalls ist, der in Big Bags gelagert ist. Der geschätzte Wert dieser Arbeiten beträgt 400.000 Euro ohne Mehrwertsteuer. Angebote für beide Ausschreibungen werden bis Ende August 2026 angenommen.
Die endgültigen Entsorgungskosten hängen, so das Ministerium, stark von der chemischen Zusammensetzung des Abfalls ab, wobei der Chloranteil eine Schlüsselrolle spielt. Genau dieser Parameter bestimmt die Möglichkeit und den Preis der thermischen Behandlung in ausländischen Anlagen. Je höher die Chlorkonzentration, desto anspruchsvoller und kostspieliger wird der Prozess.
Vergrabener Abfall: Es wird noch nach einem Entsorgungsmodell gesucht
Eine weitaus größere Herausforderung stellt der Teil des Abfalls dar, der unter der Erde gelandet ist. Für ihn wurde das endgültige Sanierungsmodell noch nicht ausgewählt. Der Fonds hat zunächst 15 ausländische Betreiber kontaktiert, danach wurde die Anfrage auf etwa 60 Unternehmen ausgeweitet, die Deponien für gefährlichen Abfall oder Müllverbrennungsanlagen in der gesamten Europäischen Union betreiben. Zusätzlich wurden Anfragen an vier Adressen bezüglich der Möglichkeit einer dauerhaften Lagerung in stillgelegten Salzbergwerken gerichtet.
Derzeit werden mehrere bevorzugte Optionen in Betracht gezogen: Deponierung auf Deponien für gefährlichen Abfall, energetische Verwertung oder ein kombinierter Ansatz. Die Bürgerinitiative "Gospić ist unser Zuhause" soll bis zum 20. September 2026 Einblick in die vorgeschlagenen Sanierungsmodelle erhalten. Das Ministerium betont, dass dieses Datum nicht den Zeitpunkt der Entscheidungsfindung markiert, sondern die Erfüllung des Versprechens, dass der Vorschlag vor der Ausschreibung der öffentlichen Beschaffung präsentiert wird.
Wasser ist einwandfrei, aber die Besorgnis über die Überwachung wächst
Im Zusammenhang mit der Sicherheit hat das Ministerium auch die Frage der Trinkwasserqualität angesprochen, insbesondere im Hinblick auf das potenzielle Vorhandensein von PFAS-Verbindungen. Das Kroatische Institut für öffentliche Gesundheit hat dessen Unbedenklichkeit bestätigt, und es wurde vereinbart, das Netz der Messstationen zur Überwachung des Grundwassers zu erweitern.
Das Ministerium und der Fonds betonen dabei, dass sie niemals für die Erteilung von Genehmigungen oder die Inspektion an diesem Standort zuständig waren. Es stellt sich die Frage, warum die Behörden, die vor Ort tätig sein konnten, im Zeitraum von 2020 bis 2024 keine wesentlichen Veränderungen in diesem Bereich bemerkt haben. Die staatliche Sanierung wurde erst eingeleitet, als klar wurde, dass der Verursacher die Kosten nicht tragen kann und die lokale Ebene nicht reagiert hat. Die Regierung hat den Standort im Mai 2025 in den Abfallwirtschaftsplan aufgenommen und damit dem Fonds die rechtliche Grundlage für sein Handeln gegeben. Die vorbereitenden Arbeiten vor Ort begannen Mitte Oktober 2025, sobald der Zugang zum Standort ermöglicht wurde, nachdem er zuvor aufgrund eines Strafverfahrens blockiert war.