Geräte ausgeschaltet, Stromrechnung steigt
Unsichtbarer Verbrauch von Haushaltsgeräten im Standby kann bis zu 10 Prozent der jährlichen Stromrechnung ausmachen. Entdecken Sie die größten Übeltäter und wie Sie sie einfach eindämmen.
Unsichtbarer Verbrauch von Haushaltsgeräten im Standby kann bis zu 10 Prozent der jährlichen Stromrechnung ausmachen. Entdecken Sie die größten Übeltäter und wie Sie sie einfach eindämmen.
Auch wenn Sie den Fernseher vor dem Schlafengehen ausgeschaltet und den Computer nach der Arbeit heruntergefahren haben, steigt Ihre Stromrechnung weiter. Der Übeltäter ist das Phänomen des "Phantom-" oder "Vampir"-Verbrauchs, das sich auf die Energie bezieht, die Geräte verbrauchen, selbst wenn sie sich im Standby-Modus befinden oder vollständig ausgeschaltet sind. Schätzungen zufolge kann dieser unsichtbare Energieverbrauch zwischen 5 % und 10 % des gesamten jährlichen Stromverbrauchs eines typischen Haushalts ausmachen.
Die Liste der Geräte, die ständig Energie ziehen, ist länger, als die meisten annehmen. Moderne Fernseher und Receiver, die im Standby-Modus sind, um schneller auf die Fernbedienung zu reagieren, gehören zu den Hauptverursachern. Spielkonsolen verbrauchen auch dann Energie, wenn sie nicht aktiv sind, für automatische Updates und Schnellstart. Dazu kommen Computer mit Monitoren und Druckern sowie Ladegeräte für Handys und Laptops, die weiterhin Strom verbrauchen, wenn sie in der Steckdose bleiben, auch ohne angeschlossenes Gerät.
In der Küche sind Mikrowellen, Kaffeemaschinen mit Digitaluhren und moderne Backöfen, deren Displays im Laufe des Jahres erstaunlich viel Energie verbrauchen können, die Hauptverdächtigen. Auch WLAN-Router, die fast ununterbrochen aktiv sind, sollten nicht vernachlässigt werden.
Auch wenn der Verbrauch von einigen Watt pro Stunde vernachlässigbar erscheint, kann der kumulierte Jahresverbrauch eine unangenehme Überraschung sein. Einfache Mathematik zeigt das wahre Bild: Ein Gerät, das im Standby nur drei Watt verbraucht, verbraucht pro Jahr mehr als 26 Kilowattstunden (kWh). Bei den Strompreisen entspricht das für ein solches Gerät fast fünf Euro Jahreskosten.
Multipliziert man diesen Betrag mit zehn oder mehr Geräten, die im Hintergrund laufen, steigt der Gesamtjahresverbrauch für den "unsichtbaren" Verbrauch leicht auf mehrere Dutzend Euro. Es ist Geld, das buchstäblich für Energie verschwendet wird, die für nichts Nützliches genutzt wird, und das Problem ist auch ökologisch, da es zu unnötigen CO2-Emissionen beiträgt.
Der genaueste Weg, die größten Verbraucher zu finden, ist die Verwendung eines Stromverbrauchsmessgeräts, auch Wattmeter genannt. Dieses einfache Gerät wird direkt in die Steckdose gesteckt und dann das gewünschte Gerät angeschlossen. Das Display zeigt in Echtzeit den genauen Verbrauch in Watt an, und fortschrittlichere Modelle können den Verbrauch über die Zeit verfolgen und die geschätzten Kosten in Euro berechnen.
Wenn Sie die Übeltäter identifiziert haben, erfordert der Kampf gegen sie keine drastischen Änderungen. Der einfachste Weg ist, die Geräte aus der Steckdose zu ziehen, wenn sie nicht benutzt werden. Um diesen Prozess zu erleichtern, sind Steckdosenleisten mit Schalter eine hervorragende Lösung, da sie es ermöglichen, mit einem Druck die Stromzufuhr für mehrere Geräte gleichzeitig zu unterbrechen, besonders praktisch für Heimbüros oder Multimedia-Ecken.
Für diejenigen, die eine modernere Lösung suchen, ermöglichen Smart Plugs die Fernsteuerung per App, die Einrichtung von Zeitplänen für automatisches Ausschalten und die Überwachung des Verbrauchs in Echtzeit. Eine Studie von Gheorghe und Kollegen zeigt, dass intelligente Systeme, die die Stromzufuhr zu inaktiven Geräten automatisch unterbrechen, den monatlichen Verbrauch eines Haushalts um bis zu 26,68 kWh senken können.
Das Problem wird auch von der Gesetzgebung erkannt. Gemäß der Verordnung (EU) 2023/826 der Kommission dürfen die meisten neuen Geräte ab 2025 im Standby-Modus nicht mehr als 0,5 Watt verbrauchen. Ab 2027 wird die Regulierung noch strenger: Dann sinkt die Grenze für den ausgeschalteten Zustand auf nur 0,3 Watt. Dies bestätigt, dass eine Kombination aus Verbraucherbewusstsein, einfachen Gewohnheiten und intelligenter Technologie den versteckten Kosten effektiv ein Ende setzen kann.