Wenn die Regierung der Republik Kroatien alle ihre Interventionsmaßnahmen aufheben würde, einschließlich der Subventionen für Energie, der Preisobergrenzen für Kraftstoffe und der reduzierten Mehrwertsteuersätze, würde eine durchschnittliche vierköpfige Familie mit monatlichen Mehrkosten von rund 60 Euro konfrontiert. Auf Jahresbasis entspricht das etwa 900 Euro, wie eine Berechnung auf Basis öffentlich zugänglicher Daten zu gewerkschaftlichen Warenkörben und durchschnittlichen Energiepreisen zeigt. Aus der Regierung hieß es, man arbeite noch an eigenen Projektionen für dieses Szenario.
Anlass für diese Analyse war eine Aussage von Ministerpräsident Andrej Plenković, der auf Journalistenfragen zum kontinuierlichen Anstieg der Kraftstoffpreise ein hypothetisches Szenario aufwarf. "Was wäre, wenn wir als Test für 15 Tage alle Maßnahmen der Regierung aufheben würden, die Mehrwertsteuer auf das Vorkrisenniveau zurückführen und alle Subventionen für Energie streichen würden? Was dann? Was dann? Das ist meine Antwort an alle", so Plenković, wie die Zadarski list berichtet.
Drei Schlüsselbereiche der Einsparungen
Die Berechnung wurde für eine vierköpfige Familie erstellt, die in einer 75 Quadratmeter großen Wohnung lebt, ein Auto besitzt und mit Strom heizt und kühlt. Die Annahme der elektrischen Heizung wurde verwendet, da der Zugang zu Gas nicht in ganz Kroatien gleich ist und die Daten sonst zu stark variieren würden. Analysiert wurden die Kosten in drei Hauptkategorien: Kraftstoff, Strom und Lebensmittel.
Bei Kraftstoff, unter der Annahme, dass das Auto monatlich tausend Kilometer mit einem Verbrauch von 6,8 Litern pro 100 Kilometer fährt, beträgt der monatliche Verbrauch 68 Liter. Da die staatlichen Preisobergrenzen für Kraftstoffe in den letzten Jahren den Preis um 0,05 bis 0,15 Euro pro Liter gesenkt haben, würde die Aufhebung dieser Maßnahmen zu zusätzlichen Kosten von 7 bis 14 Euro pro Monat führen. In Zeiten großer Marktsprünge, wenn die Differenz bis zu 20 Cent pro Liter betragen konnte, würde dieser Betrag auf 13,60 Euro pro Monat steigen.
Strom als größter Faktor
Bei Strom liegt der durchschnittliche monatliche Verbrauch einer 75-Quadratmeter-Wohnung zwischen 550 und 700 kWh. Die Subvention auf den Strompreis für einen solchen Haushalt mit elektrischer Heizung wird auf 20 bis 35 Euro pro Monat geschätzt. Im Winter kann dieser Betrag 50 Euro übersteigen, während er im Sommer üblicherweise bei etwa 10 Euro liegt. Bei ständiger Klimatisierung, wie wir sie während der aktuellen Hitzewelle erleben, steigt der Sommernutzen der Subvention jedoch auf etwa 50 Euro, was als Parameter in die Berechnung eingeflossen ist.
Bei Lebensmitteln bringt eine Kombination aus Preisobergrenzen für Grundnahrungsmittel und reduzierten Mehrwertsteuersätzen einer Familie, die monatlich 900 Euro für Lebensmittel ausgibt, eine Ersparnis von 10 bis 25 Euro pro Monat. Die Summe aller drei Segmente ergibt eine Gesamtspanne der Mehrkosten von 37 bis 74 Euro pro Monat, also 444 bis 888 Euro pro Jahr.
Die Spanne hängt von den Gewohnheiten ab
Der Unterschied zwischen 500 und 900 Euro pro Jahr ist keine Frage der Genauigkeit der Berechnung, sondern spiegelt unterschiedliche Verbrauchsgewohnheiten der Haushalte wider. Der Stromverbrauch ist dabei der größte Einzelfaktor. Eine gut isolierte Wohnung, die 450 bis 500 kWh pro Monat verbraucht, wird einen deutlich geringeren Anstieg spüren als eine Wohnung, die im Winter mit Strom heizt und 800 bis 1.000 kWh verbraucht.
Ähnliches gilt für Kraftstoff: Eine Familie, die monatlich 600 Kilometer fährt, profitiert weniger von den Preisobergrenzen als eine, die 1.500 oder 2.000 Kilometer zurücklegt. Auch bei stabilen Marktpreisen für Energie wäre die Differenz nach einer eventuellen Aufhebung der Maßnahmen geringer, während bei einem erneuten starken Preisanstieg die Auswirkung deutlich größer wäre. Zwei scheinbar ähnliche vierköpfige Familien könnten monatliche Mehrkosten von etwa vierzig Euro beziehungsweise 70 Euro oder mehr spüren, je nach ihren Einkaufsgewohnheiten.
Versorgungssicherheit gewährleistet
In der Zwischenzeit äußerte sich Ministerpräsident Plenković auf Twitter auch zur Frage der Energiesicherheit. "Was die Versorgungssicherheit betrifft, so ist sie gewährleistet. Kroatien wird genügend Strom haben", schrieb er. Er fügte hinzu, dass die niedrigen Wasserstände der Donau Ungarn in eine Situation gebracht hätten, in der alle Sicherheitsprotokolle bezüglich des Kernkraftwerks Paks angewendet würden.