Die Sommerhitze bringt ein erhöhtes Risiko für lebensmittelbedingte Infektionen mit sich, und der tragische Fall aus Italien dient als schmerzliche Erinnerung an die möglichen Folgen. Der vierjährige Junge Matija aß 2017 Käse aus Rohmilch, der mit dem Bakterium Escherichia coli infiziert war. Die Infektion führte zum hämolytisch-urämischen Syndrom und zu irreversiblen Hirnschäden, weshalb er neun Jahre lang blind, gelähmt und über eine Sonde ernährt verbrachte, bevor er im Alter von dreizehn Jahren starb. Sein Vater fordert nun strengere Warnhinweise auf Produkten aus Rohmilch.
Gefahr lauert auf Märkten und im Kühlschrank
Der Ernährungsberater Prof. Dr. Momčilo Matić warnte in der Sendung "Redaktion" bei Kurir TV vor den wichtigsten Risiken in den Sommermonaten. "Alles, was auf Märkten verkauft wird, sollte angemessen gekennzeichnet sein. Ein großes Problem ist die Frage, wie stark wir durch den Verzehr solcher Lebensmittel Mikroorganismen ausgesetzt sind. Deshalb sollte die Lebensmittelkontrolle gerade unter sommerlichen Bedingungen verstärkt durchgeführt werden. E. coli greift sehr schnell Eier und Käse an, während bei Fleisch häufig Salmonellen auftreten. Die Exposition gegenüber Infektionserregern ist bei hohen Temperaturen also deutlich erhöht", sagte Matić.
Besonders betonte er die Gefahr durch das Bakterium E. coli. "Besonders problematisch ist E. coli, ein sehr hartnäckiges Bakterium mit hoher Vermehrungsfähigkeit. Wenn es sich vermehrt, kann es ernsthafte Probleme verursachen und den gesamten Organismus angreifen", betonte der Ernährungsberater. Verderbliche Lebensmittel sollten bei Temperaturen über 40 Grad nicht länger als eine Stunde außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt werden.
Wassermelone, Obst und die Seifenregel
Matić warnte besonders vor Obst, das auf Märkten verkauft wird, insbesondere vor Wassermelonen, die in Hälften oder Viertel geschnitten werden. "Die äußere Schale kann mit Mikroorganismen verunreinigt sein, da Wassermelonen auf Märkten liegen und nicht immer angemessen gelagert werden. Wenn eine solche Wassermelone ohne vorheriges Waschen geschnitten wird, können Bakterien von der Schale ins Innere gelangen", erklärte er.
Sein Rat ist, eine ganze Wassermelone zu kaufen und sie vor dem Schneiden von außen zu waschen, wobei Seife ausschließlich für die äußere Schale verwendet und anschließend gründlich mit warmem Wasser abgespült werden sollte. Für Obst und Gemüse mit fester Schale wie Tomaten, Gurken oder Paprika empfiehlt er die Methode des Waschens mit eingeseiften Händen. "Das reicht aus, um Schmutz, Mikroorganismen, Bakterien und Viren zu entfernen. Es gibt auch Studien, die gezeigt haben, dass durch diese Waschmethode auch Pestizidrückstände von der Oberfläche von Obst und Gemüse entfernt werden können", sagte Matić gegenüber Kurir TV und fügte hinzu, dass diese Methode nicht für empfindliches Obst wie Erdbeeren gilt.
Richtige Lagerung und Gefahr durch Pestizide
Der Ernährungsberater betonte auch die Bedeutung der richtigen Lagerung von Lebensmitteln im Kühlschrank. "Lebensmittel sollten nicht offen, sondern ordentlich verpackt und getrennt aufbewahrt werden. Zum Beispiel kann Fleisch, das über anderen Lebensmitteln liegt, auslaufen und darunter liegende Lebensmittel kontaminieren", warnte er. Besondere Vorsicht ist auch bei Fast Food geboten, da es hohen Temperaturen und Kontakt mit Geld ausgesetzt ist.
Neben Mikroorganismen stellen auch Pestizidrückstände eine Bedrohung dar. Laut Daten der Organisation Pesticide Action Network UK (Pan UK) sind sogar 12 Lebensmittel dem Risiko des sogenannten "Cocktail-Effekts" ausgesetzt. Rekordhalter sind Weintrauben, in deren einer Probe Rückstände von mindestens 16 verschiedenen Pestiziden gefunden wurden.