Geboren am 29. August 1961 in Zagreb, ist Tomislav Paškvalin ein Name, der noch heute in Wasserballkreisen Ehrfurcht hervorruft. Doppelter Olympiasieger, zerstörerischer Linkshänder-Angreifer und herausragender Verteidiger, baute er seine reiche Karriere auf den Fundamenten von Beharrlichkeit und fanatischer Hingabe zum Sport. Sein Weg vom Betinaer Brodograditelj bis zu den Weltbühnen und Führungspositionen im kroatischen Sport ist eine Geschichte von außergewöhnlichem Talent und noch größerer Arbeitsmoral.
Von den Sommern in Betina zu Mladost
Wasserball lernte er in Betina auf der Insel Murter kennen, wo sein Vater geboren wurde und wo er die Sommer verbrachte. Seine ersten sportlichen Schritte machte er im Team von Brodograditelj unter der Obhut der Trainer Saša Masnec und Joško Bračić. Obwohl er mit Basketball, Handball und Fußball liebäugelte, lag sein Schicksal im Wasser. Nach seiner Rückkehr vom Sommerurlaub 1973 kam er an die Save und wurde Wasserballer bei Mladost, wo er unter der Trainerführung von Duško Baždar zur Weltklasse heranreifen sollte. Für die erste Mannschaft des traditionsreichen Klubs spielte er von 1975 bis 1988.
Gold, das Geschichte schrieb
Sein Weg mit der ehemaligen jugoslawischen Nationalmannschaft war von einer Reihe von Medaillen geprägt, die nur wenige wiederholen können. Die Krönung sind zwei olympische Goldmedaillen, gewonnen bei den Spielen in Los Angeles 1984 und vier Jahre später in Seoul 1988. Weltgold fügte er 1986 in Madrid hinzu, und er triumphierte auch beim FINA-Cup 1987 in Thessaloniki. Bei Europameisterschaften schmückte er sich mit Silber in Sofia 1985 und Straßburg 1987. Mittelmeergold gewann er 1983 in Casablanca, und Silber holte er bereits mit der kroatischen Nationalmannschaft 1993 in Languedoc-Roussillon. Bei der Universiade gewann er Silber in Kobe 1985 und Bronze in Zagreb 1987.
Unvergessliches Comeback in Los Angeles
Einen besonderen Platz in seinen Erinnerungen nimmt das Finale der Olympischen Spiele 1984 ein. Jugoslawien lag mit 5:2 gegen den Gastgeber USA zurück, konnte das Spiel aber am Ende noch drehen und Gold gewinnen. "Das ist eines dieser Spiele, die man einmal in seiner Karriere spielt. Ach was, einmal in hundert Jahren. Es ging um Gold, wir spielten vor zwanzigtausend Menschen. Ich erzielte das erste Tor, die Amerikaner stellten als Gastgeber die stärkste Mannschaft zusammen, die je zuvor oder danach bei Olympischen Spielen gespielt hat. Hätten sie Gold gewonnen, wäre Wasserball in Amerika wahrscheinlich professionalisiert worden. Sie verloren dieses Nervenspiel, und Wasserball blieb bis heute auf Universitätsebene", erinnerte sich Paškvalin gegenüber Dnevno.hr.
Auslandskarriere und Rückkehr nach Hause
Nach seinem Weggang von Mladost 1988 erkannten auch große europäische Klubs sein Talent. Von 1988 bis 1990 spielte er für das italienische Pro Recco, danach für Brescia von 1990 bis 1992. Es folgte eine französische Episode in Nizza von 1993 bis 1994, wo er 1993 die Meisterschaft und 1994 den französischen Pokal gewann. Danach kehrte er nach Brescia zurück, wo er bis 1996 spielte, um seine Karriere 1998 im Alter von 37 Jahren beim Zagreber Medveščak zu beenden, nach fast 20 Jahren professionellem Rhythmus.
Vom Becken in den Chefsessel
Der diplomierte Jurist Tomislav Paškvalin ruhte nicht lange. Bereits 1997 wurde er Direktor des Kroatischen Olympiazentrums Bjelolasica, eine Position, die er bis 2008 innehatte. Von 2002 bis 2009 war er Präsident des Wasserballklubs Medveščak und von 2000 bis 2004 Mitglied des Präsidiums von Mladost. Von 2006 bis 2008 war er auch Mitglied der Kommission für Großprojekte der Stadt Zagreb. Sein Engagement im Sport setzte sich durch die Mitgliedschaft im Vorstand des Kroatischen Wasserballverbands, die Vizepräsidentschaft des Kroatischen Olympischen Klubs sowie die Position des Direktors des Zentrums für Sportforschung und -entwicklung ab 2010 fort. Später war er auch Mitglied des Aufsichtsrats des Kroatischen Olympischen Komitees und Präsident des Klubs der Zagreber Olympioniken.
Wasserball blieb auch Familientradition. Sein Sohn Fran Paškvalin trat in die Fußstapfen seines Vaters und war Wasserball-Nationalspieler Kroatiens, was bestätigt, dass sportliche Gene und die Liebe zu diesem Sport in der Familie Paškvalin nicht verblassen.