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Kroatien investiert Rekordmittel in die Bahn: bald Schnellzüge Zagreb-Karlovac

Bis 2029 wird die Fahrt von Karlovac nach Zagreb 20 Minuten dauern, und zwei Großprojekte sind in Vorbereitung: die Tieflandstrecke nach Rijeka mit einem 14 Kilometer langen Tunnel durch die Velika Kapela sowie der Ćićarija-Tunnel, der Istrien mit dem Rest des Landes verbinden wird.

Foto: Wikipedia (Istra)
Kurz gesagt
  • Die Sanierung der Strecke Karlovac-Zagreb (44 km) wird bis Ende 2029 abgeschlossen sein, die Fahrt dauert dann 20 Minuten.
  • Die neue Tieflandstrecke Zagreb-Rijeka umfasst einen 14 km langen Tunnel durch die Velika Kapela und über 30 Viadukte, Brücken und Tunnel.
  • Der Ćićarija-Tunnel (ca. 15 km) wird Istrien mit dem Rest Kroatiens verbinden; die Projektvorbereitung dauert bis 2029.
  • Derzeit laufen Arbeiten im Wert von über 1,7 Milliarden Euro, und in den nächsten 10 Jahren sind Investitionen von rund sechs Milliarden Euro in die Bahnstrecken geplant.

Kroatien hat den größten Investitionszyklus in die Schieneninfrastruktur seiner Geschichte gestartet. Während parallel neue Straßen gebaut werden, laufen landesweit Arbeiten zur Sanierung bestehender und zum Bau völlig neuer Bahnstrecken. In den nächsten zehn Jahren sollen zwei Projekte von nationaler Bedeutung realisiert werden: die Tieflandstrecke von Zagreb nach Rijeka und die Anbindung Istriens an das übrige kroatische Schienennetz.

Von Karlovac nach Zagreb in 20 Minuten

Das zentrale Projekt, das bereits im Gange ist, ist die Sanierung der 44 Kilometer langen Strecke zwischen Karlovac und Zagreb. Die Arbeiten umfassen den Bau neuer Brücken und Viadukte sowie die Gestaltung von Bahnhöfen und Haltepunkten; der Abschluss wird bis Ende 2029 erwartet. Wenn alles fertig ist, können Züge auf diesem Abschnitt mit 160 Kilometern pro Stunde verkehren, was die Reisezeit zwischen den beiden Städten auf nur 20 Minuten verkürzt.

In den letzten Tagen haben die Arbeiten zur Verlegung des zweiten Gleises auf dem Abschnitt von Hrvatski Leskovac bis zur Hauptstadt begonnen. Dies ist der Auftakt zu einem weitaus ambitionierteren Vorhaben, dem Bau der Tieflandstrecke von Zagreb nach Rijeka, die 56 Kilometer kürzer sein wird als die bestehende Trasse.

Tieflandstrecke Zagreb-Rijeka: längster Tunnel und Dutzende Viadukte

Es handelt sich um eine völlig neue zweigleisige und elektrifizierte Strecke, die für Geschwindigkeiten von 120 bis 160 Kilometern pro Stunde ausgelegt ist, je nachdem, ob Güter- oder Personenzüge verkehren. Der schwierigste Teil wird die Durchquerung des hügeligen Geländes sein, was durch den Bau von über 30 Brücken, Viadukten und Tunneln bewältigt werden soll.

Der beeindruckendste Teil des Projekts ist zweifellos der Tunnel durch die Velika Kapela, der stolze 14 Kilometer lang sein wird und damit der längste in Kroatien. Aufgrund der völlig neuen Trasse sind bis 2036 der Bau von fünf neuen Bahnhöfen und einem Haltepunkt geplant.

"Der geschätzte Wert der Arbeiten beträgt rund drei Milliarden Euro, während der endgültige Wert nach Erstellung des Vorentwurfs und Analyse der Marktpreise zum Zeitpunkt der Ausschreibung der Bauarbeiten genauer definiert wird. Mit dem Projekt wird eine moderne zweigleisige und elektrifizierte Bahnverbindung zwischen Zagreb und Rijeka geschaffen, die die Einschränkungen der bestehenden Gebirgsstrecke überwindet und einen schnellen, zuverlässigen und leistungsfähigeren Schienenkorridor nach Mitteleuropa schafft", so das Ministerium für Meer, Verkehr und Infrastruktur.

Istrien erhält einen 15 Kilometer langen Tunnel

Das zweite Großprojekt, das das nächste Jahrzehnt prägen wird, ist die Anbindung Istriens an das übrige kroatische Schienennetz. Derzeit werden Studien und der Hauptentwurf erstellt sowie die Baugenehmigung für den Ćićarija-Tunnel und die dazugehörigen Verbindungsstrecken eingeholt. Der Wert dieser Vorbereitungsmaßnahmen beträgt zwei Millionen Euro, deren Abschluss bis 2029 erwartet wird.

Der Plan umfasst den Bau eines Tunnels von etwa 15 Kilometern und eines Viadukts von etwa vier Kilometern, was Istrien endlich eine direkte Bahnverbindung mit dem Rest des Landes ermöglichen würde.

Milliarden Euro aus EU-Fonds

Über europäische Finanzierungsquellen wurden im Rahmen der Finanzperioden 2014-2020 und 2021-2027 Projekte im Gesamtwert von rund 5,57 Milliarden Euro für die Verkehrsinfrastruktur vertraglich vereinbart und werden durchgeführt. Davon entfallen rund 3,45 Milliarden Euro auf nicht rückzahlbare Mittel der Europäischen Union. Diese Vorhaben werden über das operationelle Programm "Wettbewerbsfähigkeit und Zusammenhalt", das Programm "Wettbewerbsfähigkeit und Zusammenhalt 2021-2027", den nationalen Aufbau- und Resilienzplan sowie die Fazilität "Connecting Europe" (CEF) finanziert.

Der größte Teil der Investitionen fließt in die Bahn. Derzeit laufen Arbeiten im Wert von über 1,7 Milliarden Euro, und in den nächsten zehn Jahren sind weitere Investitionen von rund sechs Milliarden Euro aus verschiedenen Quellen geplant. Zu den bedeutendsten laufenden Projekten gehören die Sanierung und der Bau des zweiten Gleises der Strecke Dugo Selo, Novska (rund 900 Millionen Euro), die Modernisierung des Abschnitts Hrvatski Leskovac, Karlovac (280 Millionen Euro) sowie der Abschluss der Arbeiten an den Abschnitten Dugo Selo, Križevci und Križevci, Koprivnica, Staatsgrenze zu Ungarn. Darüber hinaus wird an vielen Sanierungen lokaler, regionaler und internationaler Strecken gearbeitet, darunter die Abschnitte Pitomača, Kloštar, Generalski Stol, Oštarije, Ogulin, Moravice, Karlovac, Ozalj, Knin, Zadar, Osijek, Koška und andere.

Neue Züge für das neue Netz

Neben den Infrastrukturarbeiten werden auch erhebliche Mittel in den Fuhrpark investiert. Bereits 70 neue Niederflurzüge sind im Einsatz, deren Beschaffung 363,4 Millionen Euro kostete. Es wurde eine Einigung über den Kauf von sechs Zügen erzielt, die elektrische und Dieselenergie für die Linie Zagreb-Split nutzen; ihr Gesamtpreis beträgt 57,3 Millionen Euro. Bis 2029 kommen fünf weitere Elektro-Diesel-Züge, zehn Elektro-Batterie-Züge und vier Batteriezüge sowie drei Ladestationen hinzu; der Gesamtwert dieser Beschaffung beträgt 228,8 Millionen Euro. In Vorbereitung ist auch die Möglichkeit, Mittel für die Beschaffung von weiteren 30 neuen Zügen aus dem Sozialfonds für Klimapolitik bereitzustellen.

Häufige Fragen
Wann wird die Zugfahrt von Karlovac nach Zagreb 20 Minuten dauern? +
Die Sanierung der Strecke soll bis Ende 2029 abgeschlossen sein, danach können Züge mit 160 km/h verkehren.
Wie lang wird der längste Tunnel auf der neuen Strecke Zagreb-Rijeka sein? +
Der Tunnel durch die Velika Kapela wird 14 Kilometer lang und damit der längste Eisenbahntunnel Kroatiens.
Wie wird Istrien per Bahn mit dem Rest Kroatiens verbunden? +
Geplant ist der Bau des Ćićarija-Tunnels von etwa 15 Kilometern Länge und eines Viadukts von etwa vier Kilometern; die Projektvorbereitung soll bis 2029 abgeschlossen sein.
Wie viel wird insgesamt in die kroatische Schieneninfrastruktur investiert? +
Über EU-Fonds wurden Projekte im Wert von rund 5,57 Milliarden Euro vertraglich vereinbart, während in den nächsten 10 Jahren weitere Investitionen von rund sechs Milliarden Euro aus verschiedenen Quellen geplant sind.

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